8. April: Buddhas Geburtstag , Mahayana – buddhistisch, in ganz Ostasien gefeierter Geburtstag des Prinzen Siddharta Gautama, des historischen Buddha . Offizieller Feiertag in Hongkong, Macau und Südkorea (in Japan und Korea; auch Vesahk–Fest und monglischer Buddha-Geburtstag)

 In China: - dàn; auch in China nennt man Buddhas Geburtstag  Wisakha - Tag

In Korea: 석가탄신일  Seokga tansinil, "der Tag von Buddhas Geburt" (z.T. gefeiert nach dem Gregorianischen Kalender)

In Vietnam: Phật Đản

In Japan:   Hana matsuri, Blumen-Fest  (z.T. gefeiert nach dem Gregorianischen Kalender am 8. April)

 

Um die Geburt des Prinzen Siddharta, des späteren historischen Buddha, ranken sich eine Fülle von Legenden. 10 (Mond-)Monate nach der Empfängnis verläßt die Königin Maya, Siddhartas Mutter, der Überlieferung nach Kapilavastu mit großem Gefolge, um ihre Eltern zu besuchen. Bei einem Zwischenaufenthalt im Lumbini - Park, einem Lusthain nahe bei Kapilavastu, gebiert sie den Prinzen Siddharta. Als Maya dort unter einen sehr schönen, blütenübersäten Plakscha - Baum (einen indischen Feigenbaum) tritt, neigt sich dieser grüßend zu ihr herab. Maya greift - aufrecht stehend - mit dem rechten Arm nach seinen Zweigen und in diesem Moment tritt der Bodhisattwa aus der rechten Seite des Leibes seiner Mutter heraus. Der Bodhisattwa tritt aus ihrem Körper aus, ohne seine Mutter dabei zu verletzen, beide bleiben rein. Er soll bei vollem Bewußtsein und ohne Verunreinigung durch den Geburtsvorgang geboren worden sein.  Zwei Götter (Shakra und Brahma) nehmen ihn ehrerbietig auf ihren Armen entgegen und hüllen ihn in ein Seidengewand. Anschließend erhebt sich der gerade geborene Prinz auf einer wundersam erblühten Lotusblüte. Zwei Schlangenkönige, Nanda und Upananda, erscheinen aus den Lüften und baden den Bodhisdattwa, trotz seiner Reinheit, mit einem kalten und einem warmen Wasserstrom. Anschließend geht der Bodisattwa sieben Schritte in alle Himmelsrichtungen und verkündet mit lauter Stimme, daß er Krankheit und Tod besiegen werde.

Gleichzeitig mit dem Prinzen Siddharta sollen seine zukünftige Frau Gopa (in der Literatur erscheinen mehrere Namen, u. a. auch Bimba), sein zukünftiger Knappe und Wagenlenker Candaka und sein Lieblingspferd Kanthaka geboren worden sein.

Maya stirbt bereits sieben Tage nach der Geburt, der Prinz wird von seiner Tante Mahaprajapati, der zweiten Ehefrau des Königs, aufgezogen. Die Mütter aller Bodhisattwa sterben nach buddhistischer Vorstellung nachdem sie ihn geboren haben. Ihr Leib sei so geheiligt worden, dass er zukünftig von keinem weiteren Kind „bewohnt“ werden dürfe. Auch seien die Mütter so rein und keusch, dass sie nach der Geburt keine sexuelle Lust mehr erleben sollten. Maya wurde jedoch sogleich im Himmel der 33 Götter wiedergeboren.

Die Sieben gilt in vielen Kulturen als eine besondere, eine „ideale Zahl“ der Ganzheit und Fülle. Das wird u.a. damit erklärt, daß die Sieben eine unteilbare, also als eine unwandelbare Zahl betrachtet wird. Zum anderen entsprch sie der Anzahl der Planeten (die fünf klassischen Planeten sowie Sonne und Mond).  Schließlich könnte die besondere Wertschätzung der Sieben auch von den Phasen des Mondes herrühren: nach jeweils sieben Tagen ändert sich deutlich sichtbar die Gestalt des Mondes. Allerdings gilt die Sieben als ambivalent, die „böse Sieben“ ist seit 1662 im Deutschen belegt.

In vielen Kulturen gibt es eine Vielzahl von „Heptaden“ so die sieben Himmelssphären oder die sieben Stockwerke der altbabylonischen Zikkurate. In der Thora findet man u.a. den siebenarmigen Leuchter, die sieben Tage der Taube Noahs, die sieben Stufen zum Tempel Salomonis oder Josephs sieben fette und sieben magere Jahre. Im Islam wird die Kaaba siebenmal umschritten (tawaf), siebenmal wird von Safa nach Marwan gelaufen und dreimal sieben Steine werden in Mina symbolisch auf den Teufel geworfen.

Auch in den altindischen Veden ist die sieben eine wichtige Zahl. Sieben Schritte werden im indischen Hochzeitsritual vollzogen. Die sieben Schritte des neugeborenen Prinzen Siddhartas sollen andeuten, daß dies seine letzte Geburt sein wird. Sieben Jahre sucht er später nach Wahrheit, siebenmal umwandelt er den Bodhi - Baum, ehe er unter ihm seine Meditation beginnt. Das buddhistische Paradies hat - natürlich - sieben Terrassen etc.  

Traditionell wird in der Mongolei dieser Tag auch als der Tag der Erleuchtung und als Todestag Shakyamuni Buddhas angesehen.

 

In Peking sagt man, dass am 8. Tag des 4. Mondmonats, zu Buddhas Geburtstag der Lotus zu blühen beginne.

Oft werden während des ganzen Monats  z.B. in Korea die Tempel und ihre Umgebung mit einer Unzahl von Lotus – Lampions geschmückt. Am Feiertag selbst werden besondere Sutren rezitiert und allen Besuchern Tee und Speisen angeboten, oft die koreanische Spezialität Sanchae bibimbap.

Sanchae bibimbap (산채비빔밥)ist ein Gericht aus Reis mit verschiedenen Wildgemüsen, wie der essbaren wilden Aster, dem Adler- und Königsfarn, den Wurzeln der chinesischen Glockenblume und der Glockenwinde, sowie Shiitake-Pilzen, Spinat und Bohnensprossen.

 

In Japan wird das Fest zu Buddhas Geburtstag auch „Hana - matsuri“ (jap. hana Blume/ Blüte; matsuri Fest) genannt und in allen buddhistischen Tempeln (jap. terá) gefeiert.

Zur Erinnerung an die Geburt des historischen Shakyamuni Buddha (jap. Bosátsu) werden in den Tempeln Bildnisse des kindlichen Buddha aufgestellt. Sie werden als Zeichen der Verehrung mittels eines Schöpflöffels mit Süßholztee („ama-cha“, von „amái“ = süß und „cha“ = Tee) überschüttet. Dieser Tee wird von den Gläubigen gekauft und soll gegen verschiedene Übel schützen. Zudem werden die kleinen Buddha – Figuren mit Blumen geschmückt.

Die erste überlieferte Zeremonie dieser Art wurde in Japan im Jahre 606 in Asuka-dera vollzogen.

 

In Korea wird Buddhas Geburtstag z.T. auch nach dem Lunarkalender begangen, als Laternenfest, mit feierlichen Gottesdiensten in den buddhistischen Tempeln.

Die Innenhöfe sowie die Zugänge zu den Tempeln sind mit Laternen geschmückt. oft sind die Laternen mit Abbildungen des neugeborenen Buddhakindes verziert. Abends werden Laternenumzüge veranstaltet.

 

Buddhas Finger oder Buddhas Hand,  „Citrus medica var. sarcodactylis“ ist eine am Strauch wachsende Zitrone, eine ursprünglich vermutlich aus dem östlichen und südöstlichen Asien stammende Zitronatzitrone mit einer sonderbare Form. Die Frucht enthält nur wenig Fruchtfleisch und Saft, dafür aber große Anteile nicht bitterer Schale.  Dadurch wird Buddhas Hand für die Herstellung von Zitronat, Marmelade oder Likör gut geeignet.

 

Schon während des Wachstums sind die Fruchtansätze in viele „Arme“ aufgeteilt, die sich mit der Zeit auswachsen. Selten sind es fünf, sondern  in der Regel mehr „Finger", die der Frucht eine bizarre Form geben: Alle Früchte sind verschieden voneinander.  

 

Auffällig ist der intensive Duft der Frucht; auch ohne sie zu berühren oder zu reiben, riecht Buddhas Hand facettenreich-blumig nach Zitrone. In Ostasien wird das Aroma der Frucht schon sehr lange als Parfum oder Lufterfrischer genutzt.

 

Um das wenige Fruchtfleisch zu essen, werden die „Finger“ der Länge nach aufgeschnitten und das Fruchtfleisch heraus geschabt. Die getrocknete Schale sorgt in Schränken für guten Duft und hält Kleiderschädlinge fern.

 

In China und Japan ist Buddhas Hand bis heute weit verbreitet und wird bei religiösen Zeremonien und als Opfergabe eingesetzt. Die Frucht gilt in Ostasien vielfach als ein Symbol für Glück, Reichtum und auch Bestechlichkeit.

 

 

(unveränderlich in Japan, nach dem Gregorianischen Kalender; in China und Korea z.T. auch veränderlich, am 8. Tag des 4. Mondmonats, nach dem ostasiatischen Lunarkalender; in anderen Regionen allerdings auch am 8. Tag des 2. Monats; nach dem Theravada-buddhistischen Mondkalender zum Vollmond, am 15. Tag des 6. Mondmonats)

 

 

© Christian Meyer

 

Buddhas Finger oder Buddhas Hand (Photo: Chrstian Meyer, August 2016)