(Abb aus Scholz, a.a.O.). 

 

 

21. März 1685: * Johann Sebastian Bach in Eisenach

 

Johann Sebastian Bach hat unter allen europäischen Konponisten sicher eine Sonderstellung, bei der es allerdings nicht einfach ist, die Gründe für sie anzugeben.

Ein Grund kann darin bestehen, dass Bach wie vielleicht kein anderer Komponist, viele europäische Musiktraditionen seiner Zeit zu einer Synthese zusammenführte.

Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass Bach keine „Nebenwerke“ geschaffen hat, dass alle seine Kompositionen gleichermaßen sorgfältig „durchkomponiert“ sind. 

 

Dmitri Schostakowitsch formulierte in seiner Festansprache bei den Feierlichkeiten zum 200. Todestag J.S. Bachs in Leipzig im Juli 1950: „Es fällt schwer, einen wahren Musiker zu nennen, welcher Bach nicht liebte, nicht bei ihm gelernt hat. Alle, die sich an das Erbe Bachs gemacht haben, fanden in ihm eine unerschöpfliche Quelle gestalterischer Kraft, begeisternden Musikertums“ (Schostakowitsch, zit. n. Scholz, a.a.O.).

Schostakowitsch selbst komponierte – inspiriert von Bach und der damals jungen Pianistin Tatjana Nikolajewa (die er in Leipzig erlebt hatte) – seine 24 Präludien und Fugen für Klavier op. 87, geschrieben zwischen dem Oktober 1950 und dem Februar 1951  

 

Seit 2013 wird Bachs Geburtstag als Europäischer Tag der Alten Musik begangen.  

 

(unveränderlich, nach dem Julianischen Kalender, der damals in Eisenach noch verwendet wurde; nach dem Gregorianischen Kalender wäre J. S. Bach am 31. März 1685 geboren worden; mit der Regierungsübernahme des Herzogs Johann Wilhelm wurde der Gregorianische Kalender eingeführt: auf den 18. Februar 1700 folgte direkt der 1. März, die dazwischen liegenden elf Tage entfielen)

 
© Christian Meyer