25. November: die katholische Kirche feiert den Namenstag der Heiligen Katharina [1] von Alexandria.

 

Nach der Überlieferung erklärte die Christin Katharina bei einem Opferfest des Kaisers Maxentius den „Götzendienst“ für töricht und wurde dafür in der Kerker geworfen. Fünfzig der gelehrtesten „heidnischen“ Philosophen Alexandrias sollten sie im Kerker widerlegen. Jedoch verließen sie alle nach der „Disputation der Katharina“ den Kerker als Christen. 

 

Es gab zahlreiche Wunderlegenden um sie. So soll das mit Nägeln gespickte Rad, auf das sie geflochten werden sollte, zerbrochen sein. Ihr Leichnam soll, nachdem sie dann als Märtyrerin enthauptet (+ 307) worden war, von Engeln zum Berge Sinai gebracht und dort begraben worden sein.

 

Auf dem Gipfel der Katharinenberges (2639m) auf dem Sinai sollen christliche Mönche im 9. Jahrhundert aufgrund einer Vision die Gebeine der Heiligen Katharina gefunden haben und ins Kloster, das heutige Katharinenkloster gebracht haben. In dem festungsähnlichen Kloster, das schon im 6. Jahrhundert unter dem byzantinischen Kaiser Justinian erbaut wurde, befindet sich noch heute hinter der Ikonostasis das Reliquiengrab des Heiligen Katharina.  

 

Die heilige Katharina ist die Schutzheilige der Philosophen sowie gelehrten Schulen und zählt nach katholischer Tradition zu den 14 Nothelfern.

 

Für die Märtyrinnen und Nothelferinnen Margareta, Barbara und Katharina gibt es den folgenden alten Merkspruch:

 

„Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl“.

 

Eine der berühmten Darstellungen der Hl. Katharina befindet sich im Vatikan, im Appartamento Borgia im Palazzo Apostolico Vaticano, im Saal III („Sala die Santi“). Im Auftrag des Borgia-Papstes Alexander VI. erstellte dort zwischen 1492 und 95 der umbrische Maler Pinturichhio (1452-1513) u.a. das Fresko „Die Disputation der Heiligen Katharina“. Der Überlieferung nach soll Lucrezia Borgia als Modell der Katharina, Cesare als Modell für den Kaiser gedient haben (vgl. Abb. von Pinturichhio unten).

 

 

 © Christian Meyer

 

(unveränderlich nach dem Gregorianischen Kalender)

 


[1] Der Name Katharina ist griechischen Ursprungs, kommt von „katharós“ = rein, keusch. Katharina bedeutet also „die Reine, Keusche“. Als Name der Heiligen Katharina von Alexandria wurde Katharina in christlich dominierten Ländern sehr weit verbreitet. Die italienische Form des Namens lautet „Caterina“, die spanische „Catarina“, die französische „Cathérine“, die irische „Kathleen“ und die russische „Jekaterina“. Außerdem wurden viele Namen von Katharina abgeleitet, so u.a. Käthe, Kate, Kathi / Kati, Kathrein, Kathrin / Katrin, Karin und Karina.

 

 Fresko von Pinturichhio: Die Disputation der Hl. Katharina