14. April: gemeinsames Neujahrsfest – Aurudu - der Singhalesen und Tamilen in Sri Lanka

 

In Sri Lanka ist Aurudu ein wichtiges, überall gefeiertes Fest.

Das Neujahrsfest findet am Ende der Erntezeit statt, wenn sich die Sonne (scheinbar) vom Sternbild der Fische (Meena Rashiya)  in das des Widders (Mesha Rashiya) bewegt. Anders als das Gregorianische Silvester und Neujahr, die nahtlos in einander übergehen, liegt auf Sri Lanka zwischen den Jahren eine Periode von einigen Stunden, die „nona gathe” (neutrale Periode) genannt wird. Die Länge dieser Zeitspanne, wie auch der genaue Termin, werden aufgrund astrologischer Kriterien festgelegt.

Während der neutralen Periode enthalten sich die Menschen traditionell aller materiellen Vorhaben und vollziehen nur religiöse Riten und traditionelle Spiele.

Nach einer sorgfältigen Reinigung des Hauses wird eine Öllampe entzündet. In manchen Regionen Sri Lankas versammeln sich die Frauen und spielen auf der Raban – Trommel, um andere vor dem bevorstehenden Jahreswechsel zu warnen. Rituell werden Feuer entzündet und traditionelle Speisen verzehrt, die Nachbarn essen und feiern gemeinsam auf den Strassen. 

Mit dem Aurudu Fest beginnt jeweils ein neues Jahr der Shaka – Jahreszählung (auch  Shalivahana Ära, SE, beginnend mit dem Jahr 78 n. Chr.).

 

(nur langfristig veränderlich, beim Übergang der Sonne vom Sternbild der Fische in das des Widders, nach dem tamilischen Sonnenkalender am 1. Tag des Monats Chithirai, nach dem Gregorianischen Kalender in Gemeinjahren am 14. April)

 

 © Christian Meyer