19. und 21. Juli :  altrömisches Fest Lucaria, die Lukarien

 

Der Name des Festes rührt her von einem großen Hain (= lat. „lucus“), der sich in früher Zeit zwischen der Via Salaria und dem Tiber erstreckte.

In diesen Hain sollen der Überlieferung (durch Festus) nach die von den Galliern in der Schlacht bei Allia (am 18. Juli) geschlagenen Römer geflüchtet sein und dort versucht haben, sich zu verbergen.

 

Zudem soll es in den dortigen Waldstücken den ärmeren Römern gestattet gewesen sein,  Holz zu ihrem Bedarf zu fällen. Als Dank musste allerdings zu dem Fest ein Schwein geopfert werden. Allerdings war es schon zur Zeit Catos unklar, welcher Gottheit das Opfer galt. 

Cato d. Ältere (234 – 149 v.Chr.) überlieferte in seiner „De agri cultura“ (139) zu diesem rituellen Opfer ein Gebet:

„Ob du eine männliche oder weibliche Gottheit bist, der dieser Hain geweiht ist, es ist dein Recht, für das Lichten dieses heiligen Haines das Opfer eines Schweines zu empfangen; möge das Opfer für dieses Vorhaben, ganz gleich, ob ich oder jemand anderes auf meine Veranlassung es ausführt, wohlgetan sein. Darum, indem ich dir dieses Schwein opfere, bitte ich dich untertänig, mir, meinem Hause und Haushalt und meinem Kindern huldreich und gnädig gesinnt zu sein“.  

 

Die Lukarien verloren schon während der späten Republik viel von ihrer Bedeutung.

 

Wie andere festgelegten Festtage (dies nefasti publici)des römischen Kalenders fanden die Lukarien an zwei ungeraden Tagen der Monats statt, mit einem dazwischen liegenden Nicht – Festtag.

 

(unveränderlich nach dem altrömischen Kalender)

 


© Christian Meyer