Ölreste 15 Jahre nach der Exxon–Valdez-Katastrophe an der Küste von Alaska (Abb. aus Greenpeace, S. 1, a.a.O.).

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach erstellte 2015 eine Prognose über das zu erwartende Wetter in Deutschand im JAhre 2100, insbesondere über die zusätzlichen heißen Tage: Als heiße Tage gelten Tage mit Temperaturen von mindestens 30 °C, von denen es zur Zeit tewa 5 pro Jahr, am Oberrhein auch mal 10 Tage gibt.

Die obige Karte zeigt, dass es in Berlin wahrscheinlich mindestens 15 heiße Tage mehr geben dürfte, in Frankfurt am Main mindestens 20 und in Freiburg im Breisgau mindestens 25 heiße Tage mehr. Zu rechnen ist deshalb mit langen Trockenperioden, mehr Waldbränden und vielen Herz-Kreislauf-Problemen (Abb. aus "Zeit-Magazin", Nr. 48/2015, S. 14). 

 

5. Juni: Internationaler Tag der Umwelt – Weltumwelttag - World Environment Day (WED)

 

                                                                                   „Wer will, dass die Erde so bleibt, wie sie ist,

                                                                                     der will nicht, dass sie bleibt“  (Erich Fried)  

 

Der Tag der Umwelt wurde am 5. Juni 1972 offiziell vom Umweltprogramm der UNO ausgerufen. An diesem Tag wurde in Stockholm die 1. Weltumweltkonferenz eröffnet.

Es handelt sich um einen weltweiten Aktionstag, an dem sich ca. 150 Staaten beteiligen. Durch die Aktionen soll die Naturzerstörung weltweit bewusst gemacht und das Umweltbewusstseins geschärft werden.

Als Auftakt für ein Umweltfestival findet alljährlich am ersten Juni-Sonntag zum Weltumwelttag eine Fahrradsternfahrt des ADFC Berlin e.V. statt.

Die weltweite Naturzerstörung hat eine ganze Reihe verschiedener Ebenen, so ...

  • … den anthropogenen Klimawandel, die Erwärmung v.a. durch den Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre.

Schon Alexander von Humboldt meinte 1843, dass der Mensch durch seine Industrien, den Wasserdampf, die rücksichtslosen Rodungen, die Versteppung weiter Regionen etc. das irdische Klima verändern würde.

Der US-amerikanische Biologe in Princeton Stephen Pacala errechnete, dass 2007 ca. 50% der CO2-Emissionen von nur 7 % der Weltbevölkerung ausgingen (vgl. Lambin, S. 18, a.a.O.).  Im Jahre 2011 produzierte jeder Deutsche durchschnittlich ca. 11 t CO2, auf den Philippinen sind es nur ca. 1,5 t. [1] Wenn jeder Mensch nur noch 2 t CO2 jährlich produzieren würde, könnte das Umweltziel von +2° C erreicht werden [2] .

Das Jahr 2014 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Auch in Deutschland war es das wärmste Jahr überhaupt, von allen deutschen Bundesländern ist Berlin das wärmste. Auffällig waren zudem die geringen Niederschläge im Jahr 2014.Obwohl noch nicht alle Daten des Jahres vorlagen, titelte die „Le monde“ am 29. Dezember 2015, dass 2015 weltweit das wärmste Jahr der modernen Geschichte sein werde, und in der Folge auch Wetterextreme wie Zyklone, Tornados, Dürren, Hitzewellen, extreme Regenfälle und Überschwemmungen zunehmen dürften (vgl. Le Hir, S. 1, a.a.O.). Verstärkt wurde dies noch durch den Einfluss des zyklisch auftretenden Wetterphänomens El Niño. Jerôme Lecou (Meteorologe bei Météo France) betonte allerdings, dass El Niño nicht etwa alles erkläre, sondern im Zentrum die anthropogene Klimaerwärmung in Folge der Treibhausgase stehe (vgl. Le Hir, S. 6, a.a.O.).

 

Jean Jouzel [3] (* 1947; Klimatologe und ehemaliger Vizepräsident der „Groupe d’experts imtergouvernemental sur l’évolution du clima“, GIEC; „Zwischenstaatlicher Ausschuss über Klimaveränderung“, auch „Weltklimarat“; engl. IPCC) fügte hinzu, dass sich der Einfluss von El Niño höchstens auf ein Zehntel Grad Celsius der mittleren Erftemperatur belaufen dürfe. Er wies außerdem darauf hin, dass nur ca. 1% der Erwärmung in die Atmosphäre ginge, 93% hingegen in die Ozeane, der Rest ins Eis und den Erdboden (vgl. Le Hir, S. 6, a.a.O.).

Auch waren 14 der 15 wärmsten statistisch erfassten Jahre im XXI.  Jahrhundert.

Dabei hatten einige Klimaforscher seit 2000 eine Art „Klimapause“ vermutet, mit geringerem Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen.

Tatsächlich wird der Anstieg des CO2–Anteils in der Luft bis zum Jahre 2100 vermutlich zu einem durchschnittlichen Temperaturanstieg zwischen 1 und 5,4°C führen. Das Klima in der Berliner Region dürfte wärmer und trockener werden, wegen geringerer Niederschläge könnte es zu Wassermangel kommen. Die Bedingungen für die regionalen Gewässer dürften dann denen Norditaliens (z.B. Veronas) entsprechen.

 

Eine der wichtigen Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels [4] sind das Abschmelzen der Polkappen und der Alpengletscher; letztere haben seit 1950 ca. 50 % ihres Volumens verloren.Besonders stark machen sich die Folgen des Klimawandels in den hohen nördlichen (und südlichen) Breiten des Planeten Erde bemerkbar. In Sibirien z.B. beginnt regional der Permafrostboden im Sommer zu tauen, mit vielerlei problematischen Auswirkungen.

In den nördlichen Regionen Asiens und Europas – von den Tschuktschen bis zu den Samen -  gerät zudem die Lebensgrundlage der dortigen Nomaden in Gefahr. Wenn es im Winter regnet, entsteht oft eine Eisschicht auf dem Boden. Diese können die Rentiere mit ihren Hufen nicht wegscharren, so dass sie nicht an die benötigte Nahrung (Flechten, Moose etc.) gelangen können.

Um eine samische Familie von Rentierhirten zu ernähren, benötigt diese ca. 600 Tiere, deren Ernährungsgrundlage durch den Klimawandel immer stärker gefährdet wird. Zu befürchten ist, dass es in den kommenden Jahrzehnten wegen der vermehrten Eisbildung auch mehr katastrophale Massensterben im Winter geben wird (vgl. http://www.natur.de/de/20/Klimawandel-laesst-Rentiere-schrumpfen,1,,2127.html).

In der Mongolei lebt ca. ein Drittel der Bevölkerung als Nomaden. Dort ist allerdings seit 1940 die durchschnittliche Temperatur um ca. 2,1 ° C angestiegen. Immer häufiger kommt es deshalb zu dem „Dzud“ (mong. „fehlende Weidemöglichkeit“), einem trockenen Sommer gefolgt von einer harten winterlichen Schnee- und Eiskatastrophe; er führt immer wieder zu einem Massensterben unterernährter Tiere. Auch diese Klimaerscheinung dürfte -  auch durch verstärkte Erosion, Überweidung des Bodens durch zu große Herden und der Zunahme von Nagern – eine Folge des anthropogenen Klimawandels sein.  

 

Eine besondere Rolle bei dem Klimawandel spielt die Kohle, speziell die Braunkohle, die deutlich mehr CO2-Emissionen verursacht als alle anderen fossilen Brennstoffe. Im Jahre 2015 hatte die Braunkohle immer noch einen Anteil von ca. 24% am deutschen „Strommix“. Rund 20 % der weltweit geförderten Braunkohle wurden in Deutschland abgebaut. Ohne eine Ersetzung der Kohle – dem „größten Klimakiller“ (Robin Wood) -  durch Erneuerbare kann der Klimawandel nicht gestoppt werden!

Der belgische Umweltforscher Eric Lambin fasste seine Sicht zusammen: „Die Zeit drängt. Um zu verhindern, dass die kritische Schwelle überschritten wird, von der an der Klimawandel unumkehrbar ist, muss der Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung bis 2050 abgeschlossen sein. Mit Blick auf die Trägheit des globalisierten Wirtschaftssystems und die Trägheit der natürlichen Systeme kann dieses Ziel nur erreicht werden, wenn sich die gesamte Gesellschaft eher heute als morgen auf den Weg macht“ (Lambin, S. 15, a.a.O.).Zudem verursacht die anthropogene globale Erwärmung intensivere Trockenheiten und Überflutungen, die die Nahrungsressourcen gerade in den ärmsten, an sich schon vom Hunger bedrohten, Ländern gefährden (vgl. „Daily Sabah“, 3. Dezember 2015, S. 1).

Immer wieder (z.B. von Bill McKibben [5]; vgl. Cumhuriyet, 4. Dezember 2015, Beilage „Bilim ve teknoloji“, S. 10) wurde eine CO2-Emissionssteuer vorgeschlagen.

  • ... die weltweite Verschmutzung der Gewässer und Meere, verbunden mit einer anwachsenden Süßwasserverknappung.

In der Region Brandenburg sind ca. 40 % aller Seen und Gewässer deutlich eutrophiert, v.a. durch den enormen Nährstoffeintrag der intensiv betriebenen industriellen Landwirtschaft. In der Folge sinkt der O2-Gehalt im Wasser, mit allen Konsequenzen für das Leben in den Gewässern. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch die sinkenden Wasserstände, verbunden mit einem sinkenden Grundwasserspiegel.

Ursache der Eutrophierung aber ist nicht der Klimawandel, sondern eine nicht ökologisch orientierte Landwirtschaft, deren Nährstoffeintrag dringend gesenkt werden muss.

Im Land Brandenburg wurden in den letzten Jahrhunderten ungefähr 95% aller ursprünglichen Moore trockengelegt. Dabei wurdem große Mengen von Kohlendioxyd freigesetzt, CO2-Speicher zerstört.

Bei den geplanten Renaturierungen von Mooren muss berücksichtigt werden, dass dabei zwar CO2 gebunden wird, umgekehrt aber das klimaschädliche Methan freigesetzt wird.  

Bedacht werden muss, dass Talsperren und große Wasserreservoire auch negative ökologische Folgewirkungen haben, denn sie geben sowohl Kohlendioxyd als auch Methan ab.

  • die weltweite Zerstörung der Artenvielfalt:   Alle 20 Minuten verschwindet eine Spezies, ein Tier oder eine Pflanze, das sind 26 280 Arten, die jährlich aussterben. Mehr als 5000 Tierarten standen 2015 an der Grenze der Ausrottung, (vgl. Tagesspiegel, 12. Januar 2016, S. 8). Nach Berechnungen werden von daher ca. ein Viertel aller irdischen Arten bis zur Mitte des 21. Jhdts. verschwunden sein, darunter auch viele Primaten, unsere nächsten Verwandten.

    Allerdings kommt es nicht etwa nur darauf an, große, „prominente“ Säugetiere, Vögel oder Reptilien vor dem Aussterben zu bewahren: „Auch Parasiten wie Egel, Läuse und andere Blutsauger dürfen nicht aussterben. Immer deutlicher zeigt sich, dass der Nutzen vieler Schmarotzer ihren Schaden überwiegt“ (Charisius, S. 16, a.a.O.). Circa 70 % aller Arten führen einen parasitären Lebensstil, zudem produzieren sie einen beachtlich großen Teil der Biomasse eines Ökosystems. Durch das Aussterben von Parasiten können so ganze Ökosysteme destabilisiert werden, über Kaskadeneffekte könnten ganze Futterketten sich auflösen, zu einem unvorhergesehenen ökologischen Kollaps führen (vgl. Charisius, S. 16, a.a.O.).

    Nach der 1997 unterzeichneten Biodiversitäts-Konvention sollte das Artensterben bis 2010 gestoppt werden. Unterdessen wurde diese Frist – da das Ziel nicht erreicht wurde -  bis 2020 verlängert. 

    Faktisch ist gegenwärtig das sechste große Artensterben der Erdgeschichte im Gange, das letzte (das. 5.) ließ vor ca. 65 Mio. Jahren u.a. die Dinosaurier aussterben. Heute aber jandelt es sich um das erste anthropogene Artensterben, mit v.a. den Ursachen: Die industrialisierte Landwirtschaft zerstört weltweit angestammte Lebensräume für Tiere und Pflanzen, führt zu Überdüngung, Versauerung der Ozeane, zur Zerstörung von Korallenriffen; die fortschreitende weltweite Urbanisierung zerstört weitere Biotope.   

    Der US-amerikanische Ameisenforscher und Soziobiologe Edward O. Wilson veröffentlichte schon 1984 seine Schrift „Biophilia“, mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Erhaltung der Artenvielfalt. Er verglich die Zerstörung des brasilianischen Urwaldes zur Ernährung einer wachsenden Anzahl von Menschen mit dem Verbrennen eines Renaissancebildes, um das Abendessen koch zu können. Jede bedrohte Art habe einen unschätzbaren Wert für die Menschheit: Jede einzelne Spezies, die man aussterben lässt, sei für uns alle ein unersetzlicher Verlust. Menschen seien zu einem Gutteil gerade aufgrund ihrer besonderen Beziehungen zu anderen Organismen menschlich. Durch diese Beziehungen entstünde die Matrix, von der aus sich der menschliche Geist entwickelte und in der er dauerhaft gründete (vgl. Wilson, a.a.O.). Wilson plädierte für eine „Ethik der Naturbewahrung“, denn der wissenschaftliche Fortschritt ginge Hand in Hand mit einem vertieften Verständnis von Natur und Naturschutz: In dem Maß, in dem wir andere Organismen verstehen lernten, würden sie auch in unserer Wertschätzung steigen (vgl. Wilson, a.a.O.), - vielleicht eine trügerische Hoffnung. 
    • … die weltweite Zerstörung landwirtschaftlich nutzbarer Böden, z.B durch Bodenversiegelung,
    und Verstädterung, Urbanisierung: Der belgische Umweltforscher Eric Lambin wies auf die ökologische Paradoxie der Siädte hin. Zum einen sind Städte, ist die Urbanisierung „… die radikalste Form der Veränderung des natürlichen Milieus: die Natur wird fragmentarisiert, die Erdoberfläche wird betoniert, das Wasser eingedämmt und kanalisiert und die Nacht durch künstliches Licht zum Tag gemacht. Ein artifizielles Universum ersetzt die natürlichen Ökosysteme. Der Rückzug der Natur geschieht vollständig: Stadt ist Gegennatur“ (Lambin, S. 171, a.a.O.).

    Zum anderen aber ist die Urbanisierung „… die effizienteste und ökologischste Form der Besiedelung unseres Planeten, denn sie konzentriert die Hälfte der Menschheit auf weniger als einem Prozent der Landmassen… Der geographische Zusammenschluss menschlicher Aktivitäten sorgt für eine hohe Ökonomik bei der Energieproduktion, beim Transport und der Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen… Die räumliche Konzentration der Bevölkerung zerstört lokal die Natur, steigert aber die ökologische Effizienz der Wirtschaftsleistung“ (Lambin, S. 171, a.a.O.). Bei dieser Effizienz handelt es sich meines Erachtens allerdings nur um eine relative Effizienz: auch heute werden zum Beispiel beim Transport von Gütern und Dienstleistungen enorme Ressourcen verschwendet. Von einer Nachhaltigkeit kann nicht die Rede sein.

    Zudem sind viele heutige Städte gekennzeichnet durch eine rapide Ausbreitung von Vorstädten, einer Zersiedelung von der städtischen Umgebung.

    Bemerkenswert ist die hoffentlich nicht nur modische Gegenbewegung des „urban gardening“, die ja die Natur in die Städte zurückgeholt.

  • …. der weltweite Raubbau an natürlichen Ressourcen.

Dabei spielt das Erdöl eine besonders große Rolle. Im Jahre 2013 wurden weltweit in jeder Sekunde ca. 120 000 Liter Erdöl verbraucht (vgl. Greenpeace,S. 2, a.a.O.), soviel wie noch nie!

Greenpeace machte bereits seit Jahrzehnten u.a. auf die ökologischen Gefahren der Ölgewinnung und Öltransporte aufmerksam. Der Konzern Shell beabsichtigte 1995 die ausgedehnte Öllagerplattform in der Nordsee zu versenken. Aufgrund der Greenpeace–Aktionen und des öffentlichen Drucks in den Anliegerstaaten verzichtete Shell schließlich auf die Versenkung. Obwohl sich später herausstellte, dass die Greenpeace-Schätzungen über die Größe der Ölschadstoffe im Inneren der Brent Spar viel zu hoch waren, wurde drei Jahre später ein Versenkungsverbot für Offshoreplattformen in der Nordsee und im Nordostatlantik beschlossen.

Nach dem Unglück der Exxon Valdez – der Tanker lief 1989 vor Alaska auf ein Riff und verursachte eine Ölkatastrophe – begann Gerrnpeace mit einer internationalen Kampagne gegen die gefährlichen, unfallträchtigen Einhüllen-Tanker. 2010 trat ein weltweites Verbot dieser Tanker in Kraft.

Allerdings fanden Meeresbiologen auch noch 15 Jahre nach der Katastrophe umfangreiche Ölreste an der Küste von Alaska (vgl. Abb. oben).

Aber schon im normalen Betrieb fließen bei der Ölförderung ca. 8300 t Öl jährlich allein in den Nordostatlantik, da bei der Förderung von Öl das „Arbeitswasser“ (verschmutzt mit Öl und anderen Chemikalien) ins Meer abgelassen werden darf.

Jedes Jahr verliert die Menschheit ca. 400 Jahre gespeicherte Ernergie aus Flora und Fauna der Vergangenheit, in Gestalt von Kohle, Erdgas und Erdöl. 

  •  die „Lichtverschmutzung [6], insbesondere die nächtliche Lichtglocke über den Städten.

Schon seit Jahren beschäftigt sich der interdisziplinäre Forschungsverbund „Verlust der Nacht“ mit der Untersuchung der ökologischen, kulturellen, gesundheitlichen etc. Auswirkungen des Kunstlichts – es gibt ca. 8 Mio. Straßenlaternen in Deutschland - auf die Natur: „Zugvögel beispielsweise können durch die taghellen Städte vom Wege abkommen, Singvögel sind gestresst, Insekten sterben zu Millionen am Hitzeschild der Straßenbeleuchtung. Fledermäuse werden geschädigt, Wanderfische kommen über beleuchtete Brückenelemente nicht hinweg. Und Menschen werden mehr und mehr in die Schlaflosigkeit getrieben, weil die Helligkeit ihre innere Uhr aus dem Rhythmus bringt“ (vgl. „Tagesspiegel“, 21. Februar 2015, S. 24).

Allein schon der millionenfache Tod der Insekten an nächtlichen Lampen und Laternen dürfte Auswirkungen auf das Ökosystem haben, denn sie fehlen als Nahrung für Vögel und Fische.

Der Einsatz schon von effizienteren und regelbaren Lampen könnte den CO2-Ausstoß senken, denn ca. 6 % des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland sind Folgen der Straßenbeleuchtung (vgl. „Tagesspiegel“, 21. März 2015, S. 25). Der deutsche Stromverbrauchs für Innen- und Außenbeleuchtung entspricht dem Ausstoß von jährlich 2 Mio. t CO2, d.h.  der vierfachen Energieproduktion des Kernkraftwerks Brockdorf. Der weltweite Energieverbrauch für Beleuchtung verursacht sogar 1900 Mio. t CO2 pro Jahr (vgl. www.verlustdernacht.de).  

Melatonin…

  • … die Vorverlegung z.B. der Blütezeiten vieler Pflanzen u.a. in Mitteleuropa. Auch mit der Veränderung solcher Bioindikatoren (Zeigerpflanzen) beschäftigt sich die Wissenschaft der Phänologie.

 

Nach dem Zyklon „Pam“, der im März 2015 mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 350 km/h die Inseln von Vanuatu verwüstete, erklärte der UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon auf dem UN-Gipfel zur Katastrophenvorsorge in Sendai/Japan, dass vier von fünf Naturkatastrophen in den vergangenen 20 Jahren einen „Klimabezug“ hätten (vgl. Tagesspiegel, 15. März 2015, S. 32).

 Ein „Paradebeispiel verquerer Klimapolitik“ bilden in der Sicht von Greenpeace die Philippinen. Der Archipel wurde im Jahre 2013  von dem verheerenden Wirbelsturm Hai yan verwüstet, ca. 6000 Filipinos kamen ums Leben, rund 4 Mio. wurden obdachlos.  Die meisten Klimaforscher prognostizieren weitere Wirbelstürme in immer rascherer Folge. Dennoch setzt die Regierung weiter auf Kohle, bis 2030 sollen auf den Philippinen insgesamt 59 neue Kohlekraftwerke gebaut werden /vgl. Greenpeace-Magazin, Nr. 2/2016, S. 4).

 

Mit dem Klimaschutz wird unterdessen sogar von internationalen Konzernen wie Siemens geworben. Die Firma gab 2010 zum Aktionärstag in München ein „Klimaschutzquartett“ heraus, mit dem spielerisch u.a. über erneuerbare Energien, Elektromobilität und Kraftswerkstechnologien informiert wurde.

Natürlich waren die Spielkarten auch mit Eigenwerbung verbunden, angesprochen wurde z.B. die „Optimierung“ der technischen Anlagen des Klinikums Bremerhaven durch Siemens. Sie habe zu einer CO2-Ersparnis von 88000 t/a geführt. Diese Kohlendioxidmenge könnte durch 8,8 Mio. gepflanzter Bäume kompensiert werden[7]. 

Jedoch wurden in dem Quartett auch umstrittene Innovationen aufgeführt, so die CCS-Technologie, die Carbon Capture and Storage. Sie solle „… die Kraftwerksdabgase um bis zu 90% vom Kohlendioxid befreien“, so die Spielkarte „G1 Innovationen“.

 

Das Jahr 2014 war (in Deutschland und Frankreich) das wärmste Jahr seit Beginn systematischer Wetterdateberfassung. Der anthropogene dürfte in Zukunft auch die Verbreitung tropischer Mückenarten begünstigen, die gefährliche Infektionskrankheiten übertragen können.

Im Jahre 2007 kam es v.a. in Castiglione di Cerva in der norditalienischen Region Emilia-Romagna zum Ausbruch einer dort unbekannten Fiebererkrankung. Hunderte von Menschen erkrankten an hohem Fieber und heftigen Gelenkschmerzen. Erst nach einiger Zeit stellte man fest, dass es sich um das tropische Chikungunya-Fieber handelte, das von eingeschleppten Asiatischen Tigermücken[8] übertragen wird.

Beschuldigt aber, die Krankheit mitgebracht zu haben, wurden zuerst afrikanische Flüchtlinge in der Region.

Gegen das von einem Virus übertragene Chikagunya-Fieber gibt es keine Medikamente, nur die Symptome können bekämpft werden – und die Mücken.

In Italien wurden die Mücken in der Region durch den massiven Einsatz von Insektiziden bekämpft, die allerdings alle Insekten abtöteten, - auch die für den Menschen nützlichen.

Das Chikungunya-Fieber gehört zu den In Deutschland meldepflichtigen Krankheiten.

Welche Gefahren werden durch den Klimawandel zukünftig in dieser Hinsicht auftreten?

Die asiatische Tigermücke wandert in Europa immer weiter nach Norden und hat bereits das Rheintal, Baden-Württemberg und Bayern erreicht.

  • die Ebene der Klimaflüchtlinge   (vgl. Flüchtlingstag)
  • die Ebene der Sicherheit: U.a. beschäftigte sich 2013 die interdisziplinäre vergleichende Studie „Climate and Conflict – Quantifying the influence of Climate on Human Conflict“ von Marshall Burke/Salomon M. Hsiang/ Edward Miguel (Science, 10.1126/Science.1235367) mit der Frage, ob der Klimawandel die Gewalt unter Menschen fördere, verstärke. Die Ergebnisse belegten einen eindeutigen statistischen Zusammenhang zwischen Niederschalgsmengen und Temperaturabweichungen und gewaltsamen zwischenmenschlichen  Konflikten, so durch Auswirkungen wie Ernteausfälle oder Arbeistlosigkeit. 

 

Nachgewiesen wurde durch die Studie, dass in den USA „Hitzesommer“ zu einem klaren Anstieg von gewalttätigen Konflikten führten. Desgleichen korrelierten Wetteranomalien und Niederschlagsextreme in tansanischen Dörfern mit der Anzahl von angeblichen „Hexenmorden“. Lökale Gewalt, ja ganze Bürgerkriege  scheinen in einem deutlichen Zusammenhang auch mit Temperaturanomalien zu stehen, nicht nur in Ostafrika.

 

Die katastrophale Dürre, die Syrien von 2007 bis 2010 heimsuchte, war die wahrscheinlich schlimmste in der modernen Geschichte des Landes. Ca. 1,5 Mio. Syrer verließen ihre ländliche Heimat und zogen in die städtiscBen ballungsgebiete, oft ohne eine halbwegs sichere Zukunftsperspektive. Wie Henry Fountain (in der NYT vom 2. März 2015, S. A13) ausführte, waren die Folgen der Dürreperiode zumindest ein „katalytischer“ Faktor für die wachsende Unzufriedenheit mit dem herrschenden System in Syrien, dier schließlich im März 2011 zu den Aufständen und dem Bürgerkrieg führten.  

 

Insgesamt folgerten die Autoren der Studie „Climate and Conflict“, dass die zukünftige anthropogene Klimaveränderung zu einem deutlichen Anstieg der zwischenmenschlichen Konflikte führen dürfte, - eine These, die allerdings nicht unumstritten blieb.   

 

Ertharin Cousin (*1957), die US-amerikanische Vorsitzende des Welternährungsprogramms (WFP) warnte am 2. Dezember 2015 auf der Pariser Klimakonferenz, dass der Hunger in der Welt, verbunden mit dem Klimawandel zu Massenmigrationen führen dürfte, wenn es nicht zu einer ambitionierten internationalen Verreinbarung gegen die globale Erwärmung komme. Cousin führte aus, dass die Menschen sich bewegen, ihre Heimat verlassen, wenn sie dort nicht genug zu essen haben. Nahrungsgmittelunsicherheit, wo auch immer, führe zu weltweiten Sicherheitsproblemen. 

 

Auch das US-Verteidigungsministerium erklärte in einem Bericht im Jahre 2015, dass der Klimawandel eine ernste und anwachsende Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA sei, insbesondere durch die zunehmenden Naturkatastrophen, Flüchtlingsströme und Konflikte um grundlegende Ressourcen wie Nahrung und Wasser (vgl, „Daily Sabah“, 3. Dezember 2015, S. 11).

 

  • Eine besondere Gefahr geht m. E. vom Techno –Chiliasmus aus   ... ein-und ausbauen

 

Die Umweltzerstörung hängt ursächlich mit der gegenwärtigen Produktions- und Konsumform zusammen. Die Umwelt wird nicht aus Bosheit der Kapitalisten zerstört, sondern weil diese aufgrund der globalisierten Konkurrenz mit anderen Anbietern die Produktionskosten senken müssen, auch auf Kosten der Umwelt.

 

Der Kanadier Charles Taylor (* 1931) – der als einer der bedeutendsten Philosophen der Gegenwart gilt (vgl. Jessen, S. 123, a.a.O.) – meinte, im gegenwärtigen Kapitalismus drohe „... die entfesselte Ökonomie unsere ökologischen und kulturellen Grundlagen zu zerstören“ (Taylor, in Jessen, S. 9, a.a.O.). Er könne zu „... irreversiblen Umweltkatastrophen führen. Jeder weiß, dass die einzige Hoffnung, beispielsweise in Bezug auf die Treibhausgase, in der globalen Zusammenarbeit liegt...“ (Taylor, in Jessen, S. 13, a.a.O.).

 

Auch der US-amerikanische Ökonom Jeremy Rifkin (*1945) stellte fest, dass die wirtschaftliche Entwicklung die „... fragile Biosphäre, von der alles Leben auf der Erde abhängt“, gefährdet. „... Wir vergeuden weiterhin die verbliebenen fossilen Brennstoffreserven, blasen immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre, zerstören die Ökosysteme, gefährden das Überleben unserer Mitkreaturen...“ (Rifkin, in Jessen, S. 64, a.a.O.).   

 

Vielfach wird die „Bioökonomie“als Lösung für die ökologischen Probleme der Zukunft gesehen. wie eine Art Zauberwort von Marktwirtschaftlern zur Bekämpfung von Ressourcenknappheit, Krankheiten, Hunger oder Klimawandel. Bioökonomie ist die Vorstellung, zukünftig Rohstoffe, Energie oder Ressourcen zur industriellen Nahrungsmittelproduktion aus lebendem Material, aus Pflanzen, Pilzen, Bakterien oder Viren zu gewinnen. Bioökonomie soll auf eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft abzielen.

Mit der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ fördert die deutsche Bundesregierung diese Technologie und Wirtschaftsform, bei der es darauf ankomme, den „Werkzeugkasten der Natur“ mit dem „Ideenreichtum des Menschen“ zu verbinden. Die Bioökonomie ziele auf  eine wissensbasierte, international wettbewerbsfähige wirtschaftsform. Die „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ nennen „fünf wesentliche Handlungsfelder“:

• die weltweite Ernährung sichern

• Agrarproduktion nachhaltig gestalten

• gesunde und sichere Lebensmittel produzieren

• nachwachsender Rohstoffe industriell nutzen

• Energieträger auf Basis von Biomasse (vgl. www.bmbf.de/de/biooekonomie-neue-konzepte-zur-nutzung-natuerlicher-ressourcen-726.html)

Als Beispiele werden genannt ….  

  • die Ersetzung klimaschädlichen Erdöls durch pflanzliche Rohstoffe bei der Herstellung von Kunststoffen
  • die „Optimierung“ von  Pflanzen soll trotz klimatisch bedingter Dürren oder Überflutungen die weiter wachsende Menschheit ausreichend mit gesunden Nahrungsmitteln versorgen.

Es scheint allerding, dass durch die Bioökonomie alles Leben zur Ware werden, die Natur vollständig vermarktet würde (vgl. dazu: von Lüpke, a.a.O.). Zudem verspricht die Bioökonomie, dass die wachstums- und wettbewerbsorientierten Produktionsverhältnisse und –formen, der gesamte gesellschaftliche Lebensstil nicht grundlegemd geändert werde müsse, um zukunftsfähig zu bleiben. 

Ist die Bioökonomie vielleicht eine extreme Form des Techno-Chiliasmus?

 

 

Die Zukunftsaussichten für die irdische Umwelt erscheinen für unsere Enkel und Urenkel als düster,werden aber durchaus als unterschiedlich düster gesehen.

Der australische Mikrobiologe Frank Fenner (an der ANU; der Australian Nantional University Canberra;1914. – 2010) ) prognostizierte, dass es den Homo sapiens in 100 Jahren nicht mehr geben werde, wenn nicht der Klimawandel aufgehalten, das Bevölkerungswachstum und die Umweltzerstörung gestoppt und der Konsumfetischismus sowie der aubbau an den irdischen Ressourcen beendet würden. Das Schicksal der Osterinseln sollte uns warmen, - wie schon Jared Diamond erkannte (vgl. Cumhuriyet, 4. Dezember 2015, Beilage „Bilim ve teknoloji, S.10).

 

Stephen Hawkings (* 1942), der vielleicht berühmteste Physiker der Gegenwart, prognostizierte, dass ohne eine extraterrestrische Kolonisation die Menschheit die nächsten 1000 Jahre nicht überstehen könne. Denn die unbegrenzte Konsumlust sei ein Teil der menschlichen Natur, Umweltzerstörung und Ressourcenraubbau würden von daher der Menschheit ein Ende bereiten (vgl. „Cumhuriyet“, 4. Dezember 2015, Beilage „Bilim ve teknoloji“, S. 10).

 

Die Ergebnisse des Weltklimagipfels von Paris vom 12 Dezember 2015 sind m.E. zwiespältig.
Am Ende der zwölftägigen Verhandlungen in Paris besiegelten Vertreter von 195 Staaten gemeinsam einen universellen Klimavertrag. Beschlossen wurde, dass der mittelere Temperaturanstieg der Atmosphäre deutlich unter 2°C gehalten werden soll. Zudem werden Aktionen angestrebt, die Temperaturerhöhung unter 1,5°C zu halten. Der Klimavertrag soll 2020 in Kraft treten (vgl. Le monde, 10./11. Januar 2016, S. 5).

 

Der Begriff Dekarbonisierung, d.h. die Umstellung der Wirtschaftsweise in Richtung auf einen niedrigeren Umsatz von Kohlnestoff, v.a. durch den Verzicht auf eine Energiegewinnung aus endlichen  fossilen Brennstoffen, mit dem Ziel einer CO2 –Neutralität - kommt in dem Protokoll nicht vor (vgl. „Freitag“, Nr. 51, vom 17. Dezember 2015, S. 2).

 

Einige Anhänger der Marktwirtschaft (so z.B. im Stern-Bericht von 2006) hoffen, die drohende ökologische Katastrophe uach die Biodiversitätsverluste durch die Einführung von Preisen für natürliche Ressourcen anwenden zu können.

Ein Beispiel dafür sei der Emissionshandel für CO2 – Emissionen.

Die Einführung von Preisen würde das „Markt-Versagen“, die „ökonomische Unsichtbarkeit“ der Natur beenden.  

Grenzwerte überhalb derer Kompensationszahlungen erfolgen müssten, sollten im Kyoto-Protokoll festgelegt werden. 

 

(unveränderlich, jeweils am 5.Juni, nach dem Gregorianischen Kalender; zum Gedenken an die erste Weltumweltkonferenz, die am 5. Juni 1972 in Stockholm eröffnet wurde)

 

© Christian Meyer


 

[1] Der US-amerikanische Ökologe, Autor und Umweltaktivist Bill McKibben (*1960) wurde 2009 von dem Magazin „Foreign Policy“ auf ihre Liste der wichtigster 100 globalen Vordenker gesetzt.

[2] Nach anderen Berechnungen produzierte jeder Berliner durchschnittlich ca. 5 t CO2 pro Jahr (vgl. „Tagesspiegel“, 21. Februar 2015, S. 25).

[3] Jean Jouzel ist zudem – zusammen mit Al Gore – Träger des Alternativen Friedensnobelpreises des Jahres 2009.  Er war Mitautor mehrerer Sachstandsberichte zur Klimaentwicklung. 

[4]  Nach Jean Jouzel wurde 2015 die „symbolische Schwelle“ von 400 ppm CO2 in der Luft erreicht, während in der vorindustriellen Zeit die CO2-Konzentration bei etwa 280 ppm gelegen habe – ein Anstieg um mehr als 40%. Schließlich betonte Jouzel, es sei notwendig, mehr als 80% der weltweiten Ressourcen an fossilen Brennstoffen in der Erde zu belassen, wenn die Erderwärmung unter 2°C gehalten werden solle. Gegenwärtig (2015) würden jährlich weltweit ca. 40 Mrd. t CO2 emittiert, damit würde rasch die Höchstgrenze von rund 800 Mrd. t erreicht, was eine Überschreitung der 2°C-Marke bewirken würde. Die Nutzung der gesamten fossilen Brennstoffreserven zögen eine geschätzte Emission von mehr als 5000 Mrd. t CO2 nach sich (vgl. Le Hir, S. 6, a.a.O.).

[5] vgl. den Vortrag des Limnologen Michael Hopfer vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie (am Müggelsee in Berlin) vom 11. Februar 2015 bei „pro seniores“ im Virchow-Klinikum.

[6] Mit „Lichtverschmutzung“ wird die Verschmutzung des durchschnittlichen nächtlichen Lichts (von Mond und Sternen) durch alle künstlichen Lichtquellen bezeichnet. Sie steigt jährlich , gemessen an der Lichtemission in den Weltraum, um 3-6% an (vgl. www.verlustdernacht.de).

[7] Dem liegt die Angabe. 100 Bäume könnten pro Jahr eine Tonne Kohlendioxid binden, zugrunde. Die CO2-Speicherfähigkeit von Bäumen hängt in der Realität von vielen Faktoren ab, so u.a. von der Baumart, dem Alter des Baums, seinem Standort oder der Bodenbeschaffenheit. Als ein Richtwert wird angegeben, dass ca. 80 Bäume jährlich eine Tonne Kohlendioxid binden können (vgl. http://www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/klima-orakel-wie-viele-baeume-sind-noetig-um-eine-tonne-co2-zu-binden/3201340.html).Allein in den Regenwäldern der Amazonas-Region werden jährlich ca. 2 Mrd. t atmosphärisches Kohlendioxid gebunden, das ist mehr als z.B. Großbritannien jährlich an CO2 emittiert. In der Biomasse der Amazonas-Wälder sind weitere rund 100 Mrd. t gespeichert (vgl. Jörg Albrecht, 2015, a.a.O.). 

[8] Die Asiatische Tigermücke (Stegomyia albopicta) war ursprünglich im tropischen und subtropischen Süd- und Südostasien beheimatet. Sie ist nur ca. 5 mm groß, äußerst aggressiv, sticht am Tage und sogar durch die Klöeidung hindurch. Die Stechmückenart überträgt neben dem Chikungunya- Frieber auch das Denguefieber, Gelbfieber und das West-Nil-Fieber.

Durch Transporte und den Tourismus verbreiteten sich die Tigermücken in immer neue Regionen Afrikas und Amerikas, seit den 1990er Jahren auch in Europa. Die Tigermücken sind mit dem Menschen eng vergesellschaftet und sehr anpassungsfähig. Durch die globale Erwärmung im Klimawandel dürfte sich die Asiatische Tigermücke weitere Siedlungsgebiete erschließen. Wissenschaftler der Universität Liverpool und der Royal Society prognostizierten, dass die Asiatische Tigermücke zwischen 2030 und 2050 in großen Teilen Europas die nötigen Lebensbedingungen vorfinden dürfte.

 

(unveränderlich jeweils am 5.Juni, nach dem Gregorianischen Kalender; zum Gedenken an die erste Weltumweltkonferenz, die am 5. Juni 1972 in Stockholm eröffnet wurde)

 

 

 

Abb. Tigermücke: Auffällig an der Asiatischen Tigermücke sind die gestreiften, „getigerten“ Hinterbeine und die weißen Striche auf dem Rücken und zwischen den Augen (Abb aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Tigerm%C3%BCcke#/media/File:CDC-Gathany-Aedes-albopictus-2.jpg)

Die obige Karikatur von Behiç Ak thematisiert das häufig anzutreffende völlige Unverständnis zum Problem der globalen Erwärmung bei vielen Hodschas (hier u.U. kenntlich an dem Bart und der Gebetskette) und vieler traditionell denkenden Menschen keineswegs nur in der Türkei. Eine Journalistin (links) fragt den mutmaßlichen Hodscha: „Was denken Sie zur Frage der globalen Erwärmung?“ Antwort: „Bei Gott, wir mischen uns nicht in die inneren Angelegenheiten der Welt ein... Sie sollen  sich auch nicht bei uns einmischsen“ (Karikatur aus „Cumhuriyet“, 6. Dezember 2015, S. 20).