Abb.: Harriet Tubman, Photographie aus dem Jahre 1895 (Abb. aus: https://en.wikipedia.org/wiki/Harriet_Tubman#/media/File:Harriet_Tubman_1895.jpg)

 

 

 

 

 

Abb.: „Elisa flüchtet mit ihrem Kind auf den Eisschollen über den Ohio“. Man sieht hinter ihr die verfolgenden Sklavenjäger am Kentucky-Ufer (Abb. aus Harriet Beecher-Stowe, S. 77, a.a.O.).

 

 

Abb.: „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ Denkmal am Mississippi in Hannibal/Missouri (Photo: „Tagesspiegel“, 2 September 1984)

 

 

 

 

10. März 1913: Tod von Harriet Tubman (um 1820–1913), der US-amerikanischen Sklavin, Fluchthelferin und Frauenrechtlerin.

 

Jüngere Forschungen zeigten, dass Harriet Tubman wahrscheinlich ein Abkömmling der dynamischen, matrilinearen Ashanti (auch: Asanti; vgl. Adai-Kese, Ahnenfest der Ashanti) in Westafrika, v.a. in Ghana war. Harriets Großmutter wurde auf einem Sklavenschiff nach Nordamerika gebracht.

Harriet Tubman wurde sozialisiert während des „Zweiten Großen Erwachens[0] seit dem Ende des 18. Jhdts., in Nordamerika, einer religiöser Missions- und Reformbewegung, die sich auch gegen die Sklaverei wandte. Die methodistischen  und baptistischen Missionare predigten gemeinsam für Schwarze und Weiße und betonten die Gleichheit aller vor Gott. Von den Sklavenhaltern waren diese Missionare nicht gern gesehen. Diese vermittelten eher biblische Rechtfertigung von Gehorsam der Sklaven, z.B. : „Der Knecht aber, der seines Herrn Willen weiß, und hat … nicht nach seinem Willen getan, der wird viele Streiche leiden müssen“ (Luk 12, 47).  

In der Folge entstanden verschiedene eigene „schwarze“ baptistische und methodistische Kirchen, so z.B. 1787 in Philadelphia die African Methodist Episcopal Church oder 1796 in New York die African Methodist Episcopal Zion Church. Über die Sklavenfrage trennten sich 1845 die südlichen von den nördlichen Methodisten (vgl. Hartig, S. 293, a.a.O.). In den entstehenden Schwarzen Kirchen spielten Frauen von Anfang an eine bedeutende Rolle.

 

In die Kindheit Tubmans fiel der Sklavenaufstand von Nat Turner (1800 - 1831), der die Südstaaten veränderte. Der Aufstand wurde durch religiös-eschatologische Vorstellungen zumindest verstärkt.

Nat Turner wurde in die Sklaverei geboren, Turner war der Familienname seines ersten „Besitzers“. Sein Name war „Nat“, nicht etwa „Nathanael“ – Sklaven erhielten immer nur verkürzte „nicknames“, Familiennamen waren ihnen verboten; diese Regelungen können als ein Weg angesehen werden, die Sklaven zu enthumanisieren (vgl. Namenskunde).

Als Kind lernte Nat durch den Sohn seines damaligen „Besitzers“ Lesen und Schreiben, er galt als aufgeweckt und geschickt, wurde religiös: Er fastete, betete, las oft in der Bibel. Häufig hatte er „Visionen“, die er als an ihn gerichtete göttliche Botschaften verstand. Zumindest seinen ersten Anhänger, einen Weißen, taufte er (vgl. Breen, S. 22/23, a.a.O.). Nat wurde ein regional erfolgreicher Prediger in dem Gebiet um Southampton/Virginia und kam zu der Überzeugung, er sei das von Gott ausgewählte Werkzeug zur Befreiung von der teuflischen Sklaverei vor dem bevorstehenden Jüngsten Tag. Dabei würde er die blutige Auseinandersetzung zwischen den Afro- und den Euroamerikanern anführen.

Turner sammelte ein Schar von Anhängern um sich, Sklaven und auch freie Schwarze, die ihn als „Propheten“ betrachteten. Turner interpretierte die beobachtete Sonnenfinsternis vom 12. Februar 1831 als das erwartete göttliche Zeichen (vgl. Breen, S. 19, a.a.O.) und sie begannen mit Aufstandsvorbereitungen, sammelten heimlich Waffen, Messer, Äxte, Hacken u. ä.  

Am 22. August 1831 begann Turner mit seinen Anhängern den Aufstand, dem als erste die Familie zum Opfer fiel, als deren Besitz Turner unterdessen galt. Anschließend machte sich die kleine Truppe auf den Marsch zu den benachbarten Farmen, deren weiße Besitzer flohen oder ermordet wurden.  Unter den Sklavenhaltern breitete sich Panik aus, einige flohen aus Virginia. Aber nur einige wenige weitere Afroamerikaner von den Nachbargütern schlossen sich dem Aufstand an. Turners Ziel soll – in biblischer Parallele - der nahegelegene Ort Jerusalem/Va gewesen sein. Die ca. 75 schlecht bewaffneten und organisierten Rebellen töteten zwischen 55 und 65 Menschen, darunter mindestens 51 Weiße, Männer, Frauen und Kinder.

Auch war die militärische Disziplin der Aufständischen niedrig, so dass eine weiße Miliz Gegenangriffe starten konnte. Als das reguläre Militär am 25. August eingriff, wurde Turners Truppe rasch zerschlagen. Nach nur drei Tagen war der Aufstand beendet. Turner selbst konnte sich noch 2 Monate in Verstecken halten, wurde dann aber gefangen und in dem Ort Jerusalem inhaftiert. Einer der untersuchenden Beamten fragte ihn dort, ob er nun seine Fehler erkenne. Turner soll ohne zu zögern geantwortet haben, Christus sei in Jerusalem gekreuzigt worden. Im Gefängnis wurde Turner von einem weißen Rechtsanwalt befragt, die Antworten wurden zu seinen „Bekenntnissen“ (vgl. Thomas R. Gray [1]). Turner wurde im November 1831 gehängt – in Jerusalem (der Ort wurde 1888 umbenannt in Courtland).   

Währenddessen erhob sich ein „weißer Mob“ und lynchte ungefähr 200 Afroamerikaner, Sklaven und freie Schwarze in Southampton County.  

Nach der Niederschlagung des Aufstands wurden 56 Teilnehmer verurteilt und hingerichtet, in der Panik wurden auch viele Nicht-Teilnehmer bestraft, der eigentliche Aufstand kostete ca. 200 Menschen das Leben, die meisten von ihnen Sklaven (vgl. Meissner, S, 154/55, a.a.O.).   

In der Folge wurden in Virginia und im ganzen Süden der USA  [1a] die Gesetze verschärft, z.B. wurde es nun gesetzlich verboten, Sklaven zu alphabetisieren. Mit Unterstützung von Andrew Jackson (Präsident von 1829 -37)  wurden die Zensurgesetze gegen abolitionistische Schriften verschärft (vgl. Davis, S. 126, a.a.O.).  

Festgelegt wurde zudem, dass zukünftig jeweils ein weißer Geistlicher zur Kontrolle an allen schwarzen Gottesdiensten teilnehmen müsse.   

 

Insgesamt gab es in dem Zeitraum zwischen 1521 und 1859 in ganz Nordamerika mindestens 33 Sklavenaufstände, die nahezu alle erfolglos waren und blutig gerächt wurden (https://en.wikipedia.org/wiki/Nat_Turner%27s_slave_rebellion#Nat_Turner). Nur relativ wenigen Aufständischen brachte der Aufstand die Freiheit, den meisten brachte er den Tod (vgl. Meissner, S. 154, a.a.O.). 

Der Hochschullehrer für Englische Philologie in Dorpat und Marburg, Heinrich Mutschmann (1885–1955), fehlurteilte noch 1931 - immerhin im angesehenen „Handbuch für Amerikakunde“: „Der Neger (!) hat niemals für seine Befreiung gekämpft und keine Anstrengungen gemacht, sich aus eigener Kraft durchzusetzen“ (in Hartig, S. 194, a.a.O.). Ein solches Fehlurteil zeigt die Stärke stereotyper Vorurteile von dem lethargischen, antriebsschwachen, ja faulen Afroamerikaner.   

Um 1850 waren ca. 90 % der 4,5 Mio. Afroamerikaner in den USA Sklaven. 75 % der Sklaven waren im „Besitz“ von nur 7 % der Weißen, fast alle in den Südstaaten (vgl. Herzfelde, in Beecher-Stowe, S. 469, a.a.O.).

Schon 1840 kam es z.B. in Cincinnati/Ohio, an der Grenze zum Sklavenhalter-Staat Kentucky, zu blutigen Kämpfen, Pogromen gegen freie Afroamerikaner und Sklavereigegner.  

 

Tubman blieb – wie viele der Sklaven – Analphabetin, es war zeitweise gesetzlich streng verboten, Sklaven das Lesen und Schreiben zu vermitteln (vgl. Davis, 146, a.a.O.).    

Harriet erlitt als junge Frau durch Gewalt seitens des Sklavenhalters eine brutale Kopfverletzung, sie lebte in der ständigen Angst verkauft und von der Familie getrennt zu werden…

Nach der Kopfverletzung erlebte die junge Harriet Tubman immer wieder Halluzinationen und sehr real wirkende Träume. Sie soll diese lebenslang als ein Zeichen von Gott betrachtet haben (vgl. Larson, S. 47, a.a.O.). Oft war sie längere Zeit bewusstlos, betonte dann aber, sie wäre sich dabei immer ihrer Umgebung bewusst gewesen. Ihre Biografin Kate Larson vermutet, dass Harriet Tubman infolge der Kopfverletzung an Narkolepsie litt (vgl. Larson, S. 42/43, a.a.O.), einer komplexen Erkrankung, zur Gruppe der Schlafsüchte gehörig. Ihr liegen Störungen der Schlaf-Wach-Regulation zu Grunde  (G47.4ICD-10, nach der WHO-Version 2019).

 

Der Historiker an der Staatsuniversität Colorado Robert Gudmestad ging davon aus, dass es bei vielen der damaligen afroamerikanischen Gläubigen, auch bei Harriet Tubman, keine Trennung zwischen der physischen und der spirituell-jenseitigen Welt gegeben habe -  eine direkte Folge afrikanischer religiöser Praktiken. Von Tubman wird berichtet, dass sie zuweilen von erlebten Flügen über dem Land erzählte. Einer der von ihr befreiten Sklaven erklärte einfach, Harriet besäße den „Zauber“ und stünde unter Gottes Schutz. Magische Talismane und Amulette gehören klar zu afrikanischen Glaubensvorstellungen (vgl. Gudmestad, a.a.O.).   

 

Harriet entkam im Alter von ca. 29 Jahren aus der Sklaverei in Maryland nach Philadelphia/Pennsylvania. Während ihrer eigenen Flucht soll sie sich nachts am Polarstern orientiert haben. Schon bei der eigenen Flucht half ihr die „Underground Railroad“, ein informeller, aber gut organisierter Verbund aus freien Schwarzen und weißen Sklavereigegnern (oft Quäkern [2]). Von 1840 – 1861 geleiteten meist anonym gebliebene Helfer  die Flüchtlinge von Station zu Station nach Norden, z.T. bis nach Kanada in die Freiheit. Jeder einzelne Befreite bedeutete ein Sieg über die Sklaverei (Davis, S. 147, a.a.O.).  

Ihre „Besitzerin“ setzte ein Kopfgeld von 300,- US-Dollar auf sie aus, - später wurden viel höhere Summen, bis zu 40 000,- Dollar ausgelobt. „Sklavenjäger“ (oder „Sklavenfänger“) versuchten professionell die geflohenen Sklaven einzufangen, in den Süden zurückzubringen und von den „Besitzern“ die Kopfprämien zu erhalten.   

 

Der Roman „Huckleberry Finns Abenteuer“, das 1884 erschienene Meisterwerk Mark Twains (vgl. Twain, Bd. I, S 240 ff., a.a.O.) , berührte – indem Huck mit dem geflüchteten Sklaven Jim gleichberechtigt zusammen lebte – nicht nur die damalige Tabuzone der Rassentrennung. Die zentrale Handlung des Romans – er spielt vor dem Bürgerkrieg -  ist zudem die Fluchthilfe, die Huck bewusst leistete, mit der er sich damals strafbar machte. Er wusste außerdem, dass „… die Leute mich ja ‘nen niederträchtigen Sklavenbefreier nennen und mich verachten“ würden (Twain, Bd. I, S. 294, a.a.O.). Natürlich verabscheute Huck – als weißer Südsaaten-Junge – die Gegner der Sklaverei und fühlte, er müsse Jim eigentlich in die Sklaverei zurückführen, zumal auch 200,- US-$  Belohnung auf ihn ausgesetzt waren (vgl. Twain, Bd, I, S. 489, a.a.O.).

Huck vermutete sogar, er würde wegen seiner Fluchthilfe für Jim in die Hölle kommen, wie es in der Sonntagsschule – die er nicht besucht hatte – gelehrt wurde. Aber dennoch half er aus Mitgefühl Jim weiter, rettete ihn sogar vor Verfolgern, indem er log, sie „… hätten die Blattern an Bord“ (vgl. Twain, Bd I., S, 492, a.a.O.).

 

Mark Twain legte seinem Huck Finn die häufig zitierten Wort in den Mund, die noch heute manchem Südstaatler nur schwer über die Lippen gingen, nachdem er von Jim einer Lüge überführt worden war: „Es hat fünfzehn Minuten gedauert, bis ich mich dazu aufraffen konnte, mich vor ‘nem Nigger demütigen zu gehen – aber ich hab‘s getan und hinterher hat’s mir auch nie leid getan“ (vgl. Twain, Bd, I, S. 344/45, a.a.O.).       

Dennoch hielt Huck ganz selbstverständlich „Nigger“ nicht für wirkliche Menschen. Auf die Frage, ob bei einem Dampferunfall jemand verletzt wurde, antwortete er: „Nee, ‘n  Nigger ist getötet worden“. Er findet nichts dabei, dass seine „Tante“ antwortete: „Na, ein Glück, denn manchmal werden Leute dabei verletzt“ (vgl. Twain, Bd, I, S. 501, a.a.O.). 

Aufschlussreich ist auch die Episode mit Hucks Vater, der sich über einen „… freigelassenen Nigger aus Ohio“ aufregte, der wohlhabend und hochgebildet worden war. Er trug „feine Sachen“ und sogar einen „… Spazierstock mit ‘nem Silberknauf. …. Und das war noch nicht das Schlimmste. Sie sagten, er hätte das Wahlrecht, wenn er zu Haus wäre… Wo kommt das Land bloß hin?“ (Twain, BI, S. 275, a.a.O.).

Hucks Vater war ein typischer „armer Weißer“ voller Konkurrenzängsten gegenüber Afroamerikanern – wenigstens den „Rassenstolz“ sollte man ihnen nicht nehmen dürfen!

Das fiktive St. Petersburg am Mississippi, der Heimatort von Tom und Huck, war in der Realität Hannibal, 150 km nördlich von St. Louis, der Heimatort Mark Twains, in dem er seine Jugendjahre von 1839 - 1850 verbrachte. In seinem Elternhaus befindet sich heute ein Museum.  

 

Hannibal gehört zum Bundessaat Missouri, einem Sklavenhalterstaat. Es liegt am Westufer des Mississippi, gegenüber auf der Ostseite des Flusses liegt bereits Illinois, damals ein „freier“ Staat, ohne Sklaverei. Dort wäre Jim zwar in relativer Sicherheit gewesen, aber Jim und Huck fürchteten die verfolgenden Sklavenjäger, die mit Spürhunden die möglichen nahen Landestellen am Ufer absuchen würden (vgl. Twain, Bd, I, S. 295, a.a.O.).. Deshalb beschlossen sie mit dem Floß vorbei an St. Louis nach Süden bis nach Cairo/Illinois zu fahren, wo der Ohio in den Mississippi mündet. Auf dem Ohio wollte sich Jim dann weiter nach Norden, in die völlige Sicherheit durchschlagen (vgl. Twain, Bd, I, Anmerkungen, S. 963, a.a.O.). 

„Huckleberry Finn“ wurde früher aus manchen Bibliotheken und Schulen verbannt (vgl. Twain, Bd, I, Nachwort, S. 950, a.a.O.)., denn es galt mit Recht als ein subversives Buch.  

 

Von etwa 1849 bis zum Ende des Sezessionskrieges kehrte Harriet Tubman noch 13-19-mal in die sklavenhaltenden  Südstaaten zurück, um mehr als 70 weiteren Sklaven als „conductor“ zur Flucht zu verhelfen, immer mit einer Pistole bewaffnet. Wenn ein Flüchtling unterwegs erschöpft aufgeben wollte, soll sie ihn zu erschießen gedroht haben… 1857 gelang es Harriet Tubman die eigenen Eltern in die Freiheit zu führen (Davis, S, 148, a.a.O.). Bei ihren Unternehmungen soll sie nie einen „Passagier“ verloren haben. Tubman benutzte bei den Fluchten als Codenamen „Moses“, – eine Anspielung auf den alttestamentarischen Propheten Moses, der die Israeliten aus Ägypten in die Freiheit führte. Jürgen Kuczynski nannte Tubman „… den Moses ihres Volkes“ (Kuczyinski 1985, S. 54, a.a.O.). Auch soll das Spiritual „Go down Moses“ auf Harriet Tubman verweisen [3].

Sie war einer der wenigen Menschen, die das Risiko, dabei entdeckt und hingerichtet zu werden, bewusst auf sich nahmen. Ihre auffällige Furchtlosigkeit wurde z.B. von ihrer Biografin, der US-amerikanischen Historikerin Kate Clifford Larson (a.a.O.) mit ihrem religiösen Glauben in Zusammenhang gebracht  

Harriet Tubman wurde so das populärste und bedeutendste Mitglied der Fluchthilfeorganisation [4]. Es hat den Anschein, dass sie auch durch ihre Religiosität und religiöse Erlebnisse, Träume etc. zusätzlich motiviert wurde.    

John Brown (1800 – 1859) war einer der militantesten (weißen) Sklavereigegner. Nach bürgerkriegsähnlichen Unruhen wegen der Sklavereifrage in Kansas meinte er, die Verbrechen „… dieses schuldigen Landes“ könnten nur durch Blut abgewaschen werden (vgl. Davis, S. 163, a.a.O.). Durch eine bewaffnete Aktion hoffte er, ein Zeichen zum Aufstand zu setzen. Mit einer kleinen Gruppe von 18 weißen und schwarzen Anhängern überfiel und eroberte er am 16. Oktober 1859 das Arsenal der Armee Harper’s Ferry/Virginia  (nicht weit von Washington DC). Mit den Waffen wollte Brown die ihm erhofft zuströmenden Sklaven bewaffnen und alle Sklaven gewaltsam befreien. Falls die militärischen Aktion scheitern sollte, hoffte Brown in dem Prozess medienwirksam auf den Widerspruch zwischen der US-Verfassung und der Sklaverei in den Südstaaten aufmerksam machen zu können.

 

Jedoch kam in der Folge kein einziger Sklave freiwillig zur Unterstützung seiner Brigade, so dass Unionsmarines das Arsenal bereits am 18. Oktober zurückerobern konnten. Nur 8 der Aufständischen überlebten die Rückeroberung. Nach einem aufsehenerregenden, umstrittenen Prozess wurde Brown am 2. Dezember 1859 wegen Hochverrats und Anzettelung eines Sklavenaufstandes zum Tode verurteilt und gehängt.

Der Überlieferung nach war Harriet Tubman nur durch eine Krankheit verhindert, an der Aktion Browns teilzunehmen (vgl. Davis, S. 162, a.a.O.).  

Karl Marx schrieb (vermutlich) am 11. Januar 1860 an Friedrich Engels: „Nach meiner Ansicht ist das Größte, was jetzt in der Welt vorgeht, einerseits die amerik. Sklavenbewegung, durch Browns Tod eröffnet, andererseits die Sklavenbewegung in Rußland“ (MEGA, III. Abt., Briefwechsel, Bd. 10, S. 153, a.a.O.).

 

Im Sezessionskrieg war Harriet Tubman als Krankenschwester, Köchin sowie als Kundschafterin für die Nordstaaten im Konföderationsgebiet tätig. Sie half im Bürgerkrieg hunderten von Sklaven zusammen mit Unionstruppen in die Freiheit zu fliehen. Viele befreite Sklaven kämpften in der Unionsarmee mit gegen die Konföderierten.

Der Bürgerkrieg mit ca. einer Million Opfern führte zu einer entschädigungslosen Befreiung aller Sklaven in den Vereinigten Staaten und zu den XIII. und XIV. Amendments – Zusatzartikeln - der US-Verfassung, die die Sklaverei aufhob und den ehemaligen Sklaven das Bürgerrecht verlieh, sowie schließlich 1870 das  XV. Amendment, das das gleiche Wahlrecht unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Hautfarbe und früherem Sklavenstatus vorschrieb. Mit allerlei Winkelzügen wurde dieser Zusatzartikel in den Südstaaten aber bald unwirksam gemacht.

 

Nach der Sklaven-Befreiung 1865 sollten die ehemaligen Sklavenfamilien  jeweils ein Maultier und 40 Acres Ackerland erhalten. Eine in Aussicht gestellte Bodenreform wurde von „Realpolitikern“ verhindert. Aus den ehemaligen Sklaven wurden nicht bäuerliche Grundbesitzer sondern mittellose Lohnarbeiter und nur wenige Afroamerikaner bekamen die versprochenen „forty acres and a mule“.

 

Auffällig war bereits im 19. Jhdt. die soziale Aufspaltung der US-Afroamerikaner: Eingewanderte Schwarze z.B. aus Westindien verachteten z.T. die Sklaven und ihre Nachkommen, zudem gab es (wohl bis heute) die Erscheinung, dass auch in den schwarzen Kirchen die Hellhäutigsten am angesehensten sind (vgl. Hartig, S. 127. a.a.O.).  

 

Nach dem Bürgerkrieg gründete Harriet Tubman in Auburn (New York) ein Altersheim für ehemalige Sklaven.

In ihren späteren Lebensjahren engagierte sie sich in der Frauenbewegung und forderte lautstark das Wahlrecht für alle Frauen (vgl. Junge Welt, 27. April 2021, S. 8). Auf ihr Leben zurückblickend meinte sie. Sie habe immer für die Freiheit gekämpft, solange es ihre Kraft erlaubte. Nach ihrem Tod geriet Harriet Tubman anfangs in Vergessenheit (vgl. Anne-Maria Benz, a.a.O.).

Heute gilt sie vielfach als Ikone des schwarzen Widerstands und zählt zu den bekanntesten historischen Persönlichkeiten des US-amerikanischen Abolitionismus. Dazu hat eine Reihe von Büchern und Filmen seit den 1960er Jahren beigetragen.

 

Auch verschiedene Vertreter der zeitgenössischen Theologie versuchen eine neue Sicht auf die eigene Geschichte und ihre Umwertung. So wird u.a. Nat Turner, als ein Aspekt einer Theologie der Befreiung angesehen. Z.B. betrachtet Joseph Drexler-Dreis, Theologe an der Xavier Universität von Louisiana, die Rebellion von 1831 als den Kulminationspunkt eines Bekehrungsprozesses. Er vertritt die Position, Turner verstand die Rebellion zu Recht als eine Art von Teilhabe an der Gnade Gottes, auch wenn die Praxis der Rebellion jenseits der ethischen Normen der Mainstream-Theologie gelegen habe.  Turner sah die eigene Bekehrung und die damit verbundene Rebellion als eine Wendung hin zu dem biblischen Gott, der das Volk Israel aus der Knechtschaft befreite. In den religiösen Vorstellungen der Sklaven habe es ein verbreitetes Gefühl des Zusammenhangs von endzeitlicher göttlicher Erlösung und irdischer Befreiung (vgl. Drexler-Dreis, a.a.O.) gegeben.   

 

Geplant ist schon seit 2016 - unter Präsident Barack Obama - langfristig die US-amerikanische 20-Dollar-Note mit einem Porträt von Harriet Tubman zu versehen (vgl. Abb. unten). Der Präsident hoffte damals, die neuen Banknoten würden dann als „Tubmans“ bekannt werden. Nach den Verlautbarungen des neuen Präsidenten Joseph Biden soll die Vorderseite der 20 Dollar-Banknote ein Bild von Harriet Tubman tragen, Jackson soll auf die Rückseite kommen, Jennifer Psaki, die derzeitige Sprecherin des Weißen Hauses, teilte dazu mit: „Es ist wichtig, dass unser Geld Geschichte und Diversität des Landes widerspiegelt“ (zit. n. Junge Welt, 27. April 2021, S. 8). Wann das geschehen wird, ist allerdings noch ungewiss. Zum letzten Mal wurde 1929 ein Bild auf einer US-Banknote geändert.    

Gegen den Plan Bidens erhob sich Widerspruch, auch von unerwarteter Seite.

Die (schwarze) feministische Aktivistin, Autorin und Hochschullehrerin für Afrikanistik an der Rutgers-Universität in New Jersey, Brittney Cooper, führte dazu aus: „Tubmans Bild auf ein gesetzliches Zahlungsmittel zu drucken, obwohl Sklaven in den Vereinigten Staaten wie Waren behandelt wurden, ist die höchste Stufe der Respektlosigkeit … Amerika sollte schwarze Frauen nicht auf Geld setzen, sondern Geld auf schwarze Frauen“ (zit. n. Junge Welt, 27. April 2021, S. 8).   Denn – fügte sie hinzu – immer noch lebe jede zweite schwarze Frau in den USA unter der Armutsgrenze.  

Die (ebenfalls schwarze) Autorin Sade Green  urteilte im März 2021 in der „Elle“: „ Wenn Harriet Tubman noch am Leben wäre, würde sie zu der Regierung sagen, dass es eine Beleidigung ist, ihr Gesicht auf das Geld des Wirtschaftssystems zu drucken, das ihr Volk umgebracht hat. …. Druckt Harriet Tubman nicht auf den 20-Dollar-Schein, sondern zahlt Reparationen“ (zit. n. Junge Welt, 27. April 2021, S. 8). 

Der Artikel Greens in der „Elle“ forderte abschließend: „Bezahlt uns…. Denn unser Blut tropft von der amerikanischen Fahne. … Bezahlt uns, was ihr schuldig seid“ (Olusade – ‚Sade‘- Green, in „Elle“, 31. März 2021). 

  

(unveränderlich nach dem Gregorianischen Kalender) 

 

© Christian Meyer

 


[0] Seit der 1. Erweckungsbewegung um den Prediger Jonathan Edwards (1703 – 1758) kam es immer wieder zu auch mystisch orientierten Versuchen die Religiosität breiter Bevölkerungskreise neu zu wecken. Auch die heutigen „Evangelisationen“ hängen eng mit diesen „awakenings“ zusammen.

In „Tom Sawyer“ schildert Mark Twain die Folgen eines solchen Awakenings in St. Petersburg: „Eine ‚Wiedererweckung‘ hatte stattgefunden, und alle ‚hatten es mit der Religion‘, nicht nur die Erwachsenen, sondern sogar die Kinder. Tom ging umher und hoffte verzweifelt, wenigstens ein einziges sympathisches sündiges Gesicht zu erblicken, aber überall erwartete ihn Enttäuschung. Er traf Joe Harper beim Studium einer Bibel an und wandte sich traurig von diesem deprimierenden Anblick ab.  Er suchte Ben Rogers und fand ihn, wie er mit einem Korb voller Traktate die Armen besuchte. Er stöberte Jim Hollins auf, und der machte ihn darauf aufmerksam, welch ein segensreiches Himmelszeichen Toms eben überstandene Masern doch gewesen seien. Jeder, den er traf, fügte noch eine weitere Last zu seiner Trübseligkeit hinzu, und als er schließlich in seiner Verzweiflung bei Huckleberry Finn Zuflucht suchte und von diesem mit einem Bibelzitat empfangen wurde, gab ihm das den Rest ...“ (Twain, Bd. I. S. 157, a.a.O.).    

[1] Thomas Ruffin Gray veröffentlichte noch 1831 den Text unter dem Titel „The Confessions of Nat Turner“, eine Quelle, allerdings historisch-ideologisch gefärbt. Der US-amerikanische, aus Virginia stammende Schriftsteller William Styron (1925–2006) ging in seinem 1967 veröffentlichten gleichnamigen historischen Roman weit über diese Quelle hinaus. Er versuchte ein Bild von der Sklavenhalter-Gesellschaft in den Südstaaten vor dem Bürgerkrieg zu entwerfen und setzte sich auch mit der Persönlichkeit Nat Turners auseinander. 1968 erhielt Styron für den Roman den Pulitzer-Preis, das Time Magazine wählte den Roman unter die 100 besten englischsprachigen Romane zwischen 1923 und 2005.

Schon weil der weiße Autor Styron in dem Roman die Ich-Erzähler-Position Turners einzunehmen versucht, gilt der Roman bis heute als umstritten (vgl. Styron, a.a.O.).[1a] Zufällig war der junge Samuel Colt  (1814 - 1862) nach eigener Aussage im Sommer 1831 in Virginia und erlebte einen Teil des Nat-Turner-Aufstands mit.  1831 war auch das Jahr in dem er sein erstes Patent anmeldete. Im Jahre 1838 warb Colt in einer vom „Journal of the American Institute“ veröffentlichten Darstellung über die Entstehung der Idee des Trommelrevolvers: „Zufällig geriet Mr. Colt auf den Schauplatz eines blutigen Aufstands schwarzer Sklaven im Süden Virginias. Ihn beunruhigte der Gedanke, mit welch schrecklichen Gegebenheiten der weiße Pflanzer immer wieder fertig werden muss, wenn er wie in diesem Fall von einer wimmelnden Sklavenpopulation umringt ist. Wie sollte er mit einzelnen Schüssen Menschenmengen abwehren, selbst wenn es sich um unbewaffnete Menschenmengen handelte? Die würden den Master und seine Familie mit Sicherheit massakrieren. Gibt es denn gar kein Mittel, dachte Mr. Colt, dem Pflanzer Ruhe und Frieden zu sichern? Nicht länger in dem Gefühl leben zu müssen, bei einem Angriff sofort und unvermeidlich vernichtet zu werden? Dass jeglicher Widerstand zwecklos sein würde, wenn eines Tages der Geist des Aufruhrs die Neger erfasste? ... Von diesem Augenblick an kam der Geist …  (Colts, C.M.) nicht mehr zur Ruhe… “ (zit. n. Slotkin, S. 68, a.a.O.).

[2] Die Quäker waren die einzige religiöse Gruppe in Nordamerika, die sich schon während der Kolonialzeit gegen die Sklaverei wandte (vgl. Hartig, S. 111, a.a.O.).

Die Stadt Philadelphia trug den Spitznamen „Quaker-City“.    

[3] Der Refrain des Spirituals „Let my people go“ („Laß mein Volk  ziehen“) ist der Bibel entlehnt und entspricht der siebenfachen Aufforderung Gottes über Mose an den Pharao, das Volk freizugeben (vgl. Ex/2. Mos 5,1; 7,16; 7,26; 8,16; 9,1; 10, 3,7). In dem Liedtext vergleichen sich die afroamerikanischen Sklaven mit dem biblischen Israel und  die Sklavenhalter mit dem ägyptischen  Pharao. Dieser Spiritual ist ohne Zweifel der bekannteste und beliebteste überhaupt. Wegen dieser Botschaften wurde das Lied von vielen südlichen Sklavenhaltern verboten. In einem US-Liederbuch von 1861 wurde angemerkt, dass „Go down Moses“ von Sklaven in Virginia gesungen wurde. Gedruckt erschien das Lied erstmals im Jahre 1872 als Song der Jubilee Singers der Fisk University in Nashville. Der US-amerikanische Anthropologe und Romancier Harold Courlander (1908 – 1996)  hielt es durchaus für möglich, dass eine Reihe von Sklaven dieses Spiritual so deutete. Er verweist aber auch darauf, dass vielen der auf Plantagen lebenden Sklaven aufgrund ihrer "Semi-Isolation" der Name Harriet Tubman unbekannt sein musste und für sie dieses Spiritual eine rein religiöse Thematik hatte.

[4] Die US-amerikanische Schriftstellerin und Sklaverei-Gegnerin Harriet Beecher-Stowe (1811-1891) wurde von der - auch durch ihren eigenen Vater unterstützten - Fluchthilfebewegung  angeregt. In ihrem 1852 veröffentlichtem Bestseller „Uncle Tom’s Cabin“ beschrieb sie auch die winterliche Flucht der Sklavin Elisa, die aus demselben Haushalt wie Tom in Kentucky stammte. Als ihr Kind verkauft werden soll, flüchtete Elisa mit ihrem Kind. Sie wandte sich nach Norden, in Richtung zum Fluss Ohio, der die Grenze zum Staat Ohio bildete – einem Staat ohne Sklaverei: „Elisas erster Blick galt dem Flusse, der wie der Jordan zwischen ihr und dem Kanaan der Freiheit am anderen Ufer dahinströmte“ (Beecher-Stowe, S. 67, a.a.O.). Aber die Sklavenfänger sind hinter ihr her, sie muss mit dem Kind auf dem Arm unter Lebensgefahr auf den berstenden Eisschollen über den Fluss Ohio.

Aber auch in Ohio ist sie nicht sicher, denn seit dem 9. September 1850 war das „Fugitive Slave Bill“ in Kraft; es erlaubte die Verhaftung geflüchteter Sklaven mit Hilfe staatlicher Instanzen auch in den nördlichen Staaten.

Und die Sklavenjäger sind Elisa auf den Fersen, sie muss weiter.

Im 34. Kapitel der Romans – überschrieben mit „Freiheit“ – wird die letzte Etappe der Flucht literarisch geschildert: Von einem Quäkerhaus in Sandusky/Ohio, mit kurzhaariger Männerfrisur, verkleidet, mit Hilfe einer Kanadierin, die die Tante des als Mädchen verkleideten Kindes spielt, mit dem Dampfer über den Erie-See nach Amherstburgh in Kanada (vgl. Beecher-Stowe, S. 409 ff., a.a.O.). Dort erwartete Elisa wieder „.. das gastliche Haus eines guten Missionars“ der Quäker (vgl. Beecher-Stowe, S. 415, a.a.O.).  

Der Roman, der zuerst kapitelweise in Zeitungen vorabgedruckt wurde, erregte Aufsehen und wurde ein enormer Erfolg: Innerhalb eines Jahres wurden allein in den USA mehr als 300 000 Exemplare verkauft.

Die enorme Popularität des Romans von Harriet Beecher-Stowe zeigte sich z.B. darin, dass schon 1885 in Zehlendorf (damals bei Berlin), nahe dem Riemeister Fenn eine Ausflugsgaststätte gegründet wurde, die von ihrem Besitzer Thomas „Onkel Toms Hütte“ genannt wurde. Die gleichnamige Straße und U-Bahnstation gibt es bis immer noch.      

Heute jedoch wird der Roman v.a. aus zwei Gründen kritisch gesehen: Zum Einen wurde in „Onkel Toms Hütte“ der jahrhundertelange Kampf der Afroamerikaner selbst gegen die Sklaverei nicht angesprochen. Zum Anderen wird die vom Namenspatron verkörperte Haltung des demütigen Dienens und Duldens – anstatt zu kämpfen und nicht nur moralisch zu siegen – als problematisch empfunden. Als ein „Onkel Tom“ angesprochen zu werden gilt heute unter Afroamerikanern als kränkend (vgl. Breen, S. 21, a.a.O.) .

 

Abb.:  

Präsident Andrew Jackson (1767 - 1845), einer der 12 US-Präsidenten, die Sklavenhalter waren. Zudem war er Sklavenhändler, Nationalist, ein „Indianerhasser“ und initiierte eine opferreiche, genozidähnliche Vertreibung von indigenen Völkern. Er stammte aus prekären sozialen Verhältnissen in Tennessee, ein self made man und rauher „Westler“ voller Verachtung für die Gentlemen der Ostküste (vgl. W. Richter, S. 71, a.a.O.) – in mancher Beziehung ähnlich Donald Trump. Die gegenwärtige 20-US-Dollarnote von 2013 zeigt auf der Vorderseite ein  Porträt des Präsidenten.

Wie populär Jackson zeitweise war, belegt z.B. der Name der Mississippi-Insel, die in Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn als Rückzugsgebiet eine Rolle spielt: Jacksons Island. 

In seiner Erzählung „Der berühmte Springfrosch von Calaveras“ nennt Mark Twain eine bissige, kurzbeinige Bulldogge „Andrew Jackson“ (vgl. Twain, Bd, I, S. 598 ff., a.a.O.) – das war Twains Art seine „…Geringschätzung in Form komischer Übertreibung auszudrücken“ (vgl. Twain, Bd, I, Anmerkungen, S. 967, a.a.O.). 

 

„Sklaven werden u.a. von Harriet Tubman in die  Freiheit geführt“, Darstellung in einer Underground-Railroad-Skulpturengruppe von 1974 in Battle Creek, Michigan. Das Denkmal befindet sich an der 1 East Michigan Avenue in Battle Creek und stammt von dem (afroamerikanischen) Testpiloten, Beinahe-Astronauten und Bildhauer Edward Joseph Dwight (*1933). Die Skulpturengruppe zeigt neben Harriet Tubman auch Erastus Hussey and Sarah Hussey, die auf der Underground Railroad  spezialisiert waren für die Sicherheit auf der nächsten Etappe in Richtung Kanada.  (Abb. Postkarte, aus: https://www.michiganprints.com/underground/)

Abb.: In den letzten Jahrzehnten kam es durch die verstärkte kritische Sichtung der US-Geschichte, insbesondere der Kolonialgeschichte, zu einer Umwertung des afroamerikanischen Widerstands, ihre Träger wurden zu Helden, Freiheitskämpfern oder zu Märtyrern. Im Jahre 2009 wurde z.B.  in Newark/New Jersey ein 12 Mio. US-$ teurer eingeweiht, der zu seinen Ehren den Namen  „Nat Turner Park“ trägt.

Eine weiße Familie aus Southampton/Virginia, deren Vorfahren unter den Opfern des Aufstands waren, stiftete 2012 (dem 2003 gegründeten und 2016 eröffneten) „National Museum of African American History and Culture“ in Washington D.C. eine kleine Bibel, die einst Nat Turner gehört hatte. Er soll sie bei seiner Gefangennahme bei sich geführt haben.

(Abb. aus: https://www.suffolk.edu/news-features/news/2018/07/17/16/12/the-curious-journey-of-nat-turners-bible).