8. Juni: Welttag des Meeres (vgl. auch Tag des Wassers, Tag der Umwelt)

 

Der Tag des Meeres hat seinen Ursprung in der Öko-Konferenz am 8. Juni 1992 in Rio de Janeiro. Die Meere sollten durch den Tag als bedeutsam für die Ernährungssicherheit, die Gesundheit und die Fortexistenz allen Lebens, für das Klima und als ein gefährdeter Teil der Biosphäre bewußt gemacht werden.

 

Die irdischen Meere, die ca. zwei Drittel der Erdoberfläche bedecken, drohen in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einer riesigen leergefischten, vergifteten Müllkippe zu verkommen

 Ein Faktor der Vergiftung war die sog. Verklappung von Dünnsäure. Dünnsäure ist der Sammelname für saure Produktionsrückstände der chemischen und metallverarbeitenden Industrie, die v.a. aus verdünnten Säuren, aber auch Schwermetallen und halogenierten Kohlenwasserstoffen bestehen. Mehr als 20 Jahre lang wurden allein von Hamburg aus mit sog. Köcheldampfern fast 300 000 Tonnen Dünnsäure jährlich in die Nordsee „entsorgt“. In den 70er und 80er Jahren wurde von West-Deutschland aus jährlich zwischen 1 und 3 Mio. t Dünnsäure in die Nordsee „eingebracht“. Allein bei der Titan- und Titandioxidgewinnung aus dem Erz Ilmenit (FeTiO3) fällt Dünnsäure mit ca. 2% Schwefelsäure, Eisensulfat und verschiedenen Schwermetallen an (vgl. Fellenberg, S. 140, a.a.O.). 

Bis 1992 verklappten britische Schiffe Dünnsäre im Nordostatlantik. Da zuvor bereits eine besorgniserregende Zunahme von Fischerkrankungen, Fischsterben und eine Abnahme der Plankton-Biomasse beobachtet wurde, beschloss die Oslo-Kommission 1989 die Verklappung einzustellen.

Allerdings finden Einleitungen von Land aus mit Ausnahmeregelungen weiter statt.

 

In jeder Minute gelangen zur Zeit (2016) allein schon ca. 40 Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere (vgl. „Die Zeit“, H. 50/2017, S. 2/3), werden dort in zahllose kleinere Plastikschnipsel zerlegt, für viele Meeresbewohner und –anrainer eine tödliche Gefahr.  

 

(unveränderlich, nach dem Gregorianischen Kalender)

 

© Christian Meyer