13. September: Luminara di Santa Croce in Lucca / Italien

 

Die „Luminara [1] di Santa Croce” ist eine nächtliche Prozession (ab 20.00 Uhr) zu Ehren des „Volto Santo“ in Lucca. Der Volto Santo (ital. „Heiliges Antlitz“) ist ein Kreuz unbekannter Herkunft. Der Legende nach soll Nikodemus, Pharisäer und Mitglied des Hohen Rats (vgl. Joh 3, 1-21; Joh 7, 50f. und Joh 19, 39) nach der Kreuzigung dem Antlitz der geschnitzten Christusfigur die Züge Jesu verliehen haben.

Auf einer Pilgerfahrt ins Heilige Land soll der italienische Bischof Gualfredo das Kruzifix mit dem angeblichen Antlitz Jesu entdeckt und an sich genommen haben. Dann schiffte er sich ein und erreichte wunderbarerweise ohne navigatorische Hilfe Italien: er landete am Strand von Luni, nahe bei La Spezia. Die Gläubigen von Luni und Lucca machten sich lange Zeit den Volto Santo streitig. Schließlich ließ der Bischof von Lucca das Kreuz auf einen Ochsenkarren laden und dieser brachte den Volto Santo nach Lucca.

Im linken Seitenschiff des Doms zu Lucca befindet sich der „Tempietto“ von Matteo Civitali (1436 – 1501), in dem der Volto Santo aufbewahrt wird.

Die Kaufleute Luccas verbreiteten den Ruf des Volto Santo in ganz Europa. Auch die französischen Könige leisteten zeitweise ihren Eid beim „Saint Vaudeluc“, dem Volto Santo von Lucca.

Die Prozession des Heiligen Kreuzes, die große Luminara (Lichterprozession ) ist der Höhepunkt des „settembre lucchese" . Zu Ehren des Volto Santo führt die Prozession durch die große Teile der Luccheser Altstadt.

In der Kapelle Sant’Agostino der Chiesa San Frediano zu Lucca stellen Fresken von Amico Aspertini (ca. 1475 – 1552, aus Bologna) den wundersamen Transport des Kreuzes von Luni nach Lucca dar.

 

(unveränderlich, nach dem Gregorianischen Kalender)



© Christian Meyer



[1] Der Begriff „Luminara“ bedeutet im Italienischen soviel wie „Lichterprozession“ , ‚öffentliche Beleuchtung anlässlich von Feiern oder besonderen Ereignissen’ oder ‚große menge angezündeter Lichter’. Veraltet ist die Bedeutung von Planet oder Stern (vgl. „Lo Zingarelli“, 1995).