Carshema Sor, Roter Mittwoch“, Neujahr der Yeziden [1], im Gegensatz zum säkularen Neujahrsfest „Sersal“ (am 13./ 14. Januar) und dem traditionellen gemein-kurdischen „Roten Mittwoch“ am letzten Mittwoch vor Newroz.

 

Die Yeziden feiern das religiöse Neujahrfest zu Ehren des Engels Melek Ta’us (auch Taus î Melek oder Tawus, Engel Pfau), der z.T. gleichgesetzt wird dem  Erzengel Gabriel.

Dieses Fest wird auch Roter Mittwoch genannt. An diesem ersten April - Mittwoch - so glauben die Yeziden - habe sich Gott dem Engel Melek Ta’us- geoffenbart und dieser habe ihn als Gott anerkannt. Gott beauftragte ihn nun, die Erde samt aller ihrer Lebewesen zu erschaffen und verlieh ihm die Macht über Leben und Tod auf der Erde. Alljährlich kommt Tausi-Melek am Roten Mittwoch zur Erde, um den gläubigen Menschen, Frieden, Gesundheit und Wohlstand zu bringen. Der Monat April ist deshalb bei den Yeziden ein heiliger Monat, in dem kein Haus gebaut und keine Hochzeit gefeiert werden darf. Den Monat April wird so auch „Die Braut des Jahres“ (auf kurdisch: Bûka Salê) genannt.

An diesem als heilig angesehenen Mittwoch gehen viele yezidische Jungen und Mädchen zu nahegelegenen Gebirgswiesen und holen frische Aprilblumen. Damit schmücken sie die Tür ihres Hauses, und zwar in Form dreier kleiner Kugeln.

 

(variabel, nach dem Assyrisch-yezidischem Kalender am ersten Mittwoch im Monat April, das ist nach dem Gregorianischen Kalender der Mittwoch ungefähr in der Mitte des Aprils)

 


© Christian Meyer

 


[1] Der Name „Yezidi“ (auch: Êziden) bedeutet „die an Gott glauben“, von Ezdai, Yezdan = der Schöpfer, Gott, abgeleitet.