Chokor Düchen

 

Chokor Düchen (auch Tschökor Dütschen oder Chökhar Dächen), buddhistisch – lamaistischer Feiertag zur Erinnerung an Buddhas 1. Lehrpredigt, in Tibet, der Mongolei und Bhutan

 

Das wichtigste Symbol des lamaistischen Buddhismus, das in der Regel achtspeichige Rad der Lehre und rechts und links je eine Gazelle erinnert an dieses Ereignis. Sieben Wochen nach seiner Erleuchtung lehrte der historische Shakyamuni Buddha nicht. Schließlich, nach der Legende ermutigt von Indra und Brahma, hielt er in Sarnath im Gazellenhain (skrt. „Rishipatna“) vor seinen ersten 5 Jüngern seine erste Lehrpredigt von „vier edlen Wahrheiten“. An diese erste Predigt Buddhas, mit der – nach buddhistischer Vorstellung „das Rad der Lehre in Bewegung“ (skrt. „Dharma – chakra“) gesetzt wurde, erinnert dieser Feiertag.

In Sarnath (heute: Isipatana), einem Ort bei Benares, wird die Stelle der ersten Predigt bis heute durch den 44m hohen „Dhamek – Stupa“ aus dem 4. – 6. Jahrhundert gekennzeichnet. Als Kern enthält er noch einen kleinen Ziegelstupa aus der Zeit Aschokas.

Einst befand sich in Sarnath auch noch ein weiterer Stupa mit Reliquien Buddhas. Dieser wurde jedoch im 18. Jhdt. zerstört.

Eine der am bedeutendsten angesehenen erhaltenen buddhistischen Reliquien ist die im Tempel "Sri Dalada Maligawa" (Zahntempel) in Kandy / Sri Lanka aufbewahrte und verehrte Zahnreliquie, die von Shakyamuni Buddha selbst stammen soll. Der 4 cm lange Zahn mit einem Durchmesser von ca. 1cm ist von mehreren Goldhüllen umgeben.

In dem Haar einer Prinzessin versteckt soll die Reliquie - der Überlieferung nach - im 4. Jhdt. n. Chr. aus Indien nach Sri Lanka gebracht worden sein. Durch alle Wechselfälle der srilankischen Geschichte wurde der Zahn meist in der jeweiligen Hauptstadt aufbewahrt. Die Portugiesen erbeuteten und zerstörten bei ihren Eroberungen auf Ceylon auch die buddhistische Zahnreliquie, nach srilankischer Darstellung aber nicht den echten Zahn.

Im 19. Jhdt. glaubten viele Singhalesen, daß derjenige, der die Zahnreliquie besitze, der rechtmäßige Herrscher von Ceylon sei: deshalb ließen auch die britischen Kolonialherren - zum Unwillen einiger christlicher Missionare - die Reliquie scharf bewachen, auf daß sei nicht gestohlen würde (vgl. Mills, S. 127, a.a.O.).

Der Tempel Sri Dalada Maligawa gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO, wurde aber dennoch 1998 im Rahmen des Bürgerkrieges von den tamilischen Aufständischen angegriffen und schwer beschädigt.

 

(veränderlich, am 4. Tag des 6. Mondmonats nach dem tibetischen Lunisolarkalender)

 

© Christian Meyer