Lag ba-Omer (ל״ג בעומר), jüdischer 33. Tag der Omer - Zählung („Lag“ bedeutet wörtlich „33“)

 

Das Omer (hebr. „Garbe“) war ein Hohlmaß (ca. 3,6 l) für die Menge Gerste aus einer Garbe der ersten Ernte, die als Opfer in den Tempel in Jerusalem gebracht werden musste. Zwischen den beiden Festen Pessach und Schawuoth liegen sieben Wochen, da der Anfangstag mitgezählt wird, sind es 50 Tage. 

 

Die 50 Omer-Tage (vgl. Pessach) werden bis zu Wochenfest (Schawuoth) am 50. Tag gezählt. Um eine Verbindung zwischen Pessach und Schawuoth herzustellen wurde das Omer- Zählen (Sefirat ha Omer) eingeführt.

Diese sieben Wochen sind eine Trauerzeit, da man der Tausenden Opfer des Bar-Kochba-Aufstandes gedenkt. Gemäß der Überlieferung hörten nach dem Bar-Kochba-Aufstand (131 - 135 n. Chr.) am 33. Tag der Omer-Zählung die Verfolgungen, Folterungen und Hinrichtungen unter den Schülern Rabbi Akibas auf. Deshalb ist Lag ba-Omer selbst kein Tag des Trauer, „... sondern ein halber Feiertag, den man besonders in Israel feierlich begeht" (de Vries, S. 133, a.a.O.).

Lag ba-Omer ist „.... gleichsam eine Insel in der langen Trauerzeit ... " (vgl. Kirste, S. 24, a.a.O.): es werden bis dahin aufgeschobene Hochzeiten gefeiert, Schulausflüge und Sportwettkämpfe veranstaltet. Abends werden oft festliche Feuerwerke durchgeführt. Die Kinder haben an diesem Tag schulfrei in Israel.

 

Die in Israel verbreitete Sitte, „.... Kinder im Freien mit Pfeil und Bogen spielen zu lassen, lässt Gedanken an Gottes Bund mit Noah anklingen, als der Herr zum Zeichen des Friedens seinen Bogen in die Wolken stellte" (vgl. Kirste, S. 25, a.a.O.). 

 

(variabel, nach dem jüdischen gebundenen Mondkalender, am 18. Tag des 9. Mondmonats, Ijar)

 


© Christian Meyer