13. - 15. Februar 2020: Hinduistisch - touristisches Elephanta–Festival, auf der Elephanta–Insel bei Bombay, deren Höhlentempel zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

 

Das klassische indische Musik- und Tanz-Festival verwandelt seit 1989 alljährlich während dreier Tage die ganze Insel Elephanta in eine großes Freiluft-Auditorium.

Die Haupthöhle der Insel, die nachts normalerweise für Besucher geschlossen ist, wird zu dem Festival geöffnet und die Skulpturen illuminiert. Insbesondere die ca. 6 m hohe illuminierte Skulptur in der Höhle 1, die Mahesh Murti [1], gilt als spektakulär. Die gut erhaltene Skulptur stellt mit drei Köpfen drei Aspekte des Gottes Shiwa dar. Die Darstellung ist aber kein eigentliches „Trimurti“ (skr. „Dreigestalt“), zwei weitere Köpfe auf der Rückseite sind nicht sichtbar.

Zudem werden regionale Tänze und Volkslieder vorgetragen, Bollywood-Stars treten auf, Feuerwerke werden veranstaltet etc.

Durchgeführt wird das Festival von der Maharashtra Tourism Development Corporation (MTDC).

 

Der Roman „Die Dame mit der bemalten Hand“ von Christine Wunnicke spielt größtenteils auf der Elephanta-Insel.  

 

(veränderlich nach dem hinduistischen Lunisolarkalender ?? )

 
© Christian Meyer

 


[1] Maheshamurti ist ein zusammengesetzter Begriff, aus skr. „maheśa“ »großer Herr, Gott« und „mūrti“ »Körper, Bild, Verkörperung«, also eine Darstellung des hinduistischen Gottes Shiwa als Allgott. 

Die dreiköpfige Shiwa-Statue in der Höhle 1 auf der Elephanta-Insel, gegenüber dem Haupteingang im Norden. Die drei Köpfe repräsentieren nach hinduistischer Auffassung drei wichtige Aspekte Shiwas, die Schöpfung, die Beschützung und die Zerstörung. Das rechte Profilgesicht (westlich) symbolisiert mit einem Lotus Brahma, die Schöpfung und das Leben. Das linke Profilgesicht (östlich) symbolisiert Shiwas zerstörerischen Aspekt (Aghora oder Bhairava), das Gesicht eines jungen Mannes trägt einen Schnurrbart. Das mittlere Gesicht wirkt weise und meditativ, symbolisiert den Aspekt der Erhaltung in Gestalt von Vishnu.     

Links von der Maheshamurti: Die stark beschädigte Skulptur zeigt die Herabkunft der Ganga; Shiwa nimmt den himmlischen Fluss Ganges von seinem Haupt, bevor der Fluss zur Erde zu einem Diener herabfällt. Der Fluss Ganges wird abgebildet als eine dreiköpfige Gottheit über Shiwas Krone. Dieser Darstellungstyp wird  Gangadhara (Ganga-Herabkunft) genannt. Neben dem Gott rechts steht lächelnd seine Frau Parvati. Neben dem Gott links ist eine knieende Figur in Dankesposition dargestellt. Sie wird als der mythische König/Heilige Bhagiratha interpretiert, der sich zuvor vergeblich bemüht hatte, den Ganges zur Wohlfahrt seines Königreiches zur Erde zurück zu bringen.  

(Abb. aus: https://www.t2india.com/elephanta-caves-mumbai-attractions.aspx)

Rechts von der Maheshamurti: Ebenfalls stark beschädigt ist hier im Zentrum das hinduistische Konzept der feminin-maskulinen Interdependenz, der kosmischen Harmonie dargestellt, die Figur ist halb weiblich (Parvati), halb männlich (Shiwa). Die weibliche Hälfte wird durch die Brust und den Spiegel in einer Hand angezeigt. Eine Hand der männlichen Hälfte ruht auf dem Kopf des Nandi-Stiers, eine andere hält eine Schlange. Umgeben ist die Gestalt von anbetenden, opfernden Menschen, Göttern und Geistern. Die androgyne Darstellungsform wurde im Sanskrit Ardhanarishvara genannt: „Ardha"  „halb“, „Nari" „Frau“ und „Ishvara“  „Herr“ oder auch „Gott“.

(Abb. aus: http://famouswonders.com/wp-content/uploads/2009/03/shiva-at-elephanta-caves.jpg)