Wally

 

Wally (auch: Walli) ist ein eher seltener weiblicher und männlicher Vorname, der auch als Familienname vorkommt.

Der weibliche Vorname Wally stammt sehr wahrscheinlich aus dem Althochdeutschen und ist eine Kurzform / Koseform von Walburga ( „wehrhafte Burg“) oder auch Waltraud ( „die waltende Starke“). Abgeleitet wurden beide Namen vom althochdeutschen Verb „waltan“   walten, herrschen, der Herrschende).  

 

Als Namenstag für Wally gilt der 9. April, der Todestag der Hl. Waltraud (Waudru). Sie war Gründerin und erste Äbtissin des Klosters in Mons (Belgien), das nach ihrem Tod St.Waudru genannt wurde. Waltraud war eine verheiratete Frau. Als die Kinder erwachsen waren, trennten sich Waltraud und ihr Gatte in gegenseitigem Einverständnis, um im Kloster ein beschauliches, gottgefälliges Leben zu führen. + 9.4. um 688. - Waltraud ist heute die Patronin des Hennegaus.

 

Der männliche Vorname Wally ist abgeleitet, eine v.a. englische Kurzform von Walter und Wallace, ebenfalls herrührend von „walten, herrschen, der Herrschende“. Bekanntheit erlangte der Name im 12. Jhdt. durch den Minnesänger Walther von der Vogelweide. Im englischsprachigen Raum wird Wally eher als Jungennamen gebraucht.

 

Vermutet wurde auch – sehr wahrscheinlich fälschlich - die Herkunft von Wally vom altrömischen Namen „Valeria“. Der Name Valeria lässt sich auf das lateinische Wort „valere“ zurückführen, was übersetzt „gesund sein“ und „stark sein“ bedeutet. Die männliche Form des Namens ist Valerius. Der Name wurde bekannt durch das patrizische altrömische Geschlecht der Valerier, das jahrhundertelang eine große Anzahl von römischen Konsuln und anderen hohen Beamten stellte.  

Als weiblicher Vorname:

·       Walburga („Wally“) Feiden (* 1940), deutsche Politikerin (SPD), bis 2014 Bürgermeisterin von Bad Honnef

·   Wally Hase (* 1969), deutsche Flötistin; 2000 wurde sie als Professorin für Flöte an die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar berufen; 2006 erhielt sie den Preis der deutschen Schallplattenkritik;

 

Als männlicher Vorname:

·         Wally Badarou (* 1955), französischer Musiker aus Benin

·         Wally Cox (1924–1973), amerikanischer Schauspieler

·         Wallace („Wally”) Deane (1936–1986), US-amerikanischer Rock’n Roll‘ Musiker

·         Wally Hayward (1908–2006), südafrikanischer Langstreckenläufer, erfolgreich im Marathon und Ultramarathon

·         Wally Herbert (1934–2007), britischer Polarforscher

·         Wally Ingram, amerikanischer Schlagzeuger und Perkussionist

·         Wally Pfister, amerikanischer Kameramann und Regisseur („The Dark Knight“)

·         Wally Richardson (* 1930), US-amerikanischer Gitarrist

·         Wally Wood (1927–1981), amerikanischer Comiczeichner (u.a. „Mad“)

Als Familienname:

·         Barbara Wally (* 1947), österreichische Kunsthistorikerin

·         Eddy Wally (1932–2016), belgischer Sänger; ein Asteroid mit einer Umlaufbahn um die Sonne zwischen den Planeten Mars und Jupiter wurde nach Eddy Wally benannt (9205 eddywally).

·         Ernst Wally (* 1976), österreichischer Komponist und Domorganist am Stephansdom

·         Leopold Wally (1918–1978), österreichischer Politiker (SPÖ), Vater von Barbara Wally

 

Die „Wally Yachts“ ist eine 1993 gegründete Werft für Luxusyachten  (z.B. für den ehemaligen spanischen König Juan Carlos), mit Sitz in Monte Carlo / Monaco.

 

Bisher gab es in Europa 3 Tiefdruckgebiete mit dem Namen Wally/Walli, so z.B. im Februar/März 2012.

 

Wirklich berühmt aber wurde der Name „Wally“ durch die „Geierwally“. Sie geht zurück auf den einst berühmten, vielmals übersetzten Roman „Die Geier-Wally. Eine Geschichte aus den Tyroler Alpen (1875) von der Schriftstellerin und Schauspielerin  Wilhelmine von Hillern (1836 – 1916). 

Wally - Walburga ist hier eine reiche Bauerntochter in den Alpen, die von ihrem Vater zur Heirat mit einem ungeliebten Mann gezwungen werden soll. Zur Strafe auf eine Hochalm verbannt, rettet sie dort einen jungen von den Eltern verlassenen Geier und zieht ihn auf. Der Vogel folgt ihr durch alle Wirrungen hin, sie wird deshalb zur „Geierwally“. Erst als Wally dem Vogel bei schließlichen happy end mitteilt, sie würden nun zu Dritt leben, fliegt er davon. 

Der Roman wurde u.a. zum Theaterstück umgearbeitet.

Der italienische Komponist Alfredo Catalani (1854 - 1893) vertonte ein Libretto von Luigi Illica nach dem Roman „Die Geier-Wally“. Die Oper „La Wally“ (Originalbezeichnung: „Dramma lirico“ in vier Akten) wurde am 20. Januar 1892 im Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt. Der Dirigent Arturo Toscanini, der im September 1892 die zweite Inszenierung von „La Wally“ in Lucca leitete, schätzte Catalani und seine Oper so sehr, dass er seine Tochter nach der Hauptfigur „Wally“ nannte. Gustav Mahler, der Dirigent der deutschen Erstaufführung der Oper am 16. Februar 1893 in Hamburg, hielt Catalanis Werk für „die beste italienische Oper“.

Bis heute wird die Oper immer wieder, wenn auch selten aufgeführt.

Äußerst populär wurden jedoch die drei Verfilmungen der „Geierwally“, 1921 als Stummfilm, dann 1940 und schließlich 1956 produziert von  Peter Ostermayr. Die Regie führte der tschechische Regisseur František Čàp (1913-1972, in Deutschland nannte er sich Franz Cap) Barbara Rütting (*1927) hatte die Titelrolle, Carl Möhner, Heinrich Hauser und Til Kiwe spielten tragende Rollen. Gedreht wurde u.a. in der Adlerwarte Berlebeck bei Detmold. 

 

 

Der Film wurde 1956 mit den Worten beworben: „Zeitloses, ergreifendes Drama um Liebe und Eifersucht. Das Ringen einer Frau um Liebe und Glück“.

Filmplakat von 1956

Egon Schiele (1890 – 1918): „Wally“, expressionistisches Gemälde aus dem Jahr 1912, Öl auf Holz, Porträt von Walburga Neuzil (genannt Wally) der damaligen Geliebten von  Schiele; nach jahrelangem Rechtsstreit befindet sich das Gemälde heute im Leopold Museum Wien.