Zeitgenössische Darstellung des Hl. Wilhelm; (Abb. aus: http://www.st-guilhem-le-desert.fr/imgsite/image_pieuse_saint-guilhem_t4.jpg)

 

Ambroise Frédeau, Der heilige Wilhelm, von Dämonen gequält, 1657, Musée des Augustins, Toulouse. (Abb. aus http://bistum-augsburg.de/Heilige-des-Tages/Heilige/WILHELM-VON-AQUITANIEN9).

Die heutige Abtei Gellone (nördlich von Sète, Departement Hérault)

Wilhelm I, der Eroberer, Herzog der Normandie, König von England (Abb. vom Teppich von Bayeux)

Wilhelm – Willi

 

Willi (auch Willy) ist eine der vielen abgeleiteten Kurzformen des weltweit verbreiteten Namens „Wilhelm“, ein männlicher Vorname und ein Familienname.

Der alte germanisch-stämmige, zweigliedrige Name war im Mittelalter in seinen verschiedensprachigen Varianten  in ganz Europa beliebt.

 

Wilhelm:  Die Google-Suche nach „Wilhelm“ ergibt in 0,80 Sekunden ungefähr 112.000.000 Ergebnisse.

 

Namensherkunft:

 

Der Name entstammt dem Althochdeutschen bzw. dem Fränkischen und lässt sich von „willio“ ( Wille, Entschlossenheit) und „helm“ ( Helm, Schutz) oder „halm“ ( aufrecht, entschlossen) herleiten. Der Name bedeutet also 

·                     entschlossener Beschützer

·                     der Entschlossene, der Willensstarke

 

Namensformen – männlich

Der Name Wilhelm ist weltweit in verschiedenen Varianten verbreitet, so u.a.

 

  • Bill, Billy, englische und US-amerikanische Kurzformen von William
  • Guilherme, portugiesisch
  • Guglielmo, italienisch ; eine zentrale Figur in Mozarts Oper „Cosi fan tutte“ (1790) ist der Bariton Guglielmo
  • Guilielmus, lateinisch
  • Guillaume, seltener „Guilleaume“, französisch
  • Guillem, katalanisch
  • Guillén, aragonesisch
  • Guillermo, spanisch; Guille, spanische Kurzform
  • Liam, irisch
  • Vilém, tschechisch
  • Vilhjálmur, isländisch, färöisch
  • Viliam, slowakisch
  • Vilim, Viljem, Variante in mehreren slawischen Sprachen
  • Vilimas, litauisch
  • Vilis, Vilhelms oder Viļums,  lettisch;
  • Ville, finnisch
  • Vilmos, ungarisch
  • Wellem, rheinische und luxemburgisch Variante 
  • Welm, deutsche Kurzform
  • Wilgelm, russische Form/Schreibweise von Wilhelm
  • Wiliam, polnisch
  • Wilke, friesische Variante
  • Wilko, norddeutsche Variante
  • Willm, Wilm, plattdeutsche Kurzformen
  • Willem, niederländisch/flämisch/plattdeutsch; Pim, Wim niederländische Kurzformen
  • Will, englische Kurzform von William
  • Willi und Willy, Kurzform (ersteres auch als Abkürzung von Willibald)
  • William, englisch
  • Willihalm, „Willehalm“ ist eine Verserzählung Wolframs von Eschenbach
  • Willken, plattdeutsch
  • Wylem, sorbisch

 

Die Namensvarianten Willi (Willy) kamen wohl um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert auf, d.h. während der Zeit Kaiser Wilhelms II.. Einige Male waren die Kurzforen unter den zehn häufigsten Jungennamen des jeweiligen Jahrgangs. Nach 1918 ging Popularität der Namen zurück. Bis zur Mitte der 60er Jahre wurde er kaum noch verwendet. In jüngerer Zeit ist aber wieder ein leichter Anstieg seiner Beliebtheit zu beobachten.[

Kaiser Wilhelm II. korrespondierte zeitweise mit seinen russischen und britischen Cousins als „Willi“.

 

Namensformen - weiblich:

 

  • Wilhelmina, seit dem 17. Jahrhundert oft verwendeter weiblicher Vorname; „Wilhelm“ und verkleinernden romanischen Endungen -ine/-ina
  • Guillermina (spanisch)
  • Guglielma, Guglielmina (italienisch)
  • Helma
  • Minna, Minne, Miene:  Im 19. Jhdt. war diese Kurzform unter den Dienstmädchen („Minna“) weit verbreitet.
  • Willemijn (niederländisch)
  • Wilma

Verbreitung

 

Der Name Wilhelm gehörte im 19. und im beginnenden 20. Jhdt. zu den 10 am häufigsten vergebenen Jungennamen in Deutschland, war um die Jahrhundertwende herum sogar einige Male auf Platz eins der Häufigkeitsstatistik. „Seinen Friedrich Wilhelm darunter setzen“ war lange Zeit eine gebräuchliche Umschreibung für „unterschreiben“. Seit den 1920er Jahren, mit dem Ende der Monarchie in Deutschland ging die Popularität von „Wilhelm“ allmählich zurück. In letzter Zeit wird er wieder häufiger vergeben.

 

Erste Namensträger

 

Der m. E. erste bekannte Namensträger war der Heilige Wilhelm (Willehalm) [1] von Aquitanien oder von Orange (745– 28. Mai 812), der Überlieferung nach ein Enkel Karl Martells, damit ein Cousin von Kaiser Karl dem Großen sowie Gründer der Benediktiner Abtei Gellone, heute Saint-Guilhem-le-Désert im heutigen Departement Hérault (vgl. Abb. oben). Als fränkischer Heerführer soll er im Sagenkreis um Karl den Großen v.a. im Süden gegen die immer wieder vordringenden Mauren aus Spanien und in Spanien gekämpft haben.

 806 soll er als Mönch, als Laienbruder in die Abtei Gellone aufgenommen worden sein Wilhelm selbst habe im Kloster auch einfachste Arbeiten erledigt, zeitweise auch als Einsiedler gelebt haben. Wilhelm brachte der Legende nach eine als kostbar angesehene Reliquie, ein Stück des Kreuzes Jesu mit ins Kloster. Er soll die Reliquie von Karl dem Großen geschenkt bekommen, dieser sie vom Patriarchen von Jerusalem erhalten haben.

Wilhelm selbst, dem die Gabe nachgesagt wurde, Teufel und Dämonen abzuwehren (vgl. Abb. oben) und schon bald nach seinem Tod wurde Wilhelm hoch verehrt.

Die Kreuzesreliquie und bald auch Wilhelms Grab zogen viele Pilger an, sie wird bis heute in der Klosterkirche verehrt. Zudem diente die Abtei als  eine wichtige Station für die Pilger auf dem Jakobsweg, nach Santiago de Compostela.

Um 1000 und 1138 wurden Wilhelms Gebeine erhoben. Beim Neubau der Kirche [2] in ihrer heutigen Grundform wurden die Reliquien in einen alten Sarkophag neben den Altar der Kirche bestattet. 

Wilhelms Kanonisierung erfolgte 1066, er wird als Patron der Waffenschmiede verehrt. Wilhelms Grab in Gellone wurde im 12. Jhdt. unter seinem neuen Namen „Saint-Guilhem-le-Désert“ bekannt. Der katholische Gedenktag ist der 28. Mai, der überlieferte Todestag Wilhelms. 

Wilhelms Grab in der heutigen Abtei Gellone (vgl. Abb. oben) ist bis in die Gegenwart eine wichtige Etappe der Pilger auf der Via Tolosana, einem der französischen Abschnitte des Jakobsweges. Seit 1998 ist die Abtei als Teil des Weltkulturerbe der UNESCO „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet.

Sehr bald wurde Wilhelm auch in Ritter- und Heldenliedern verherrlicht, als Kriegsheld und Mönch. 

In dem Chanson de Guillaume, einem der großen altfranzösischen Epen, wurde der Held Guillaume d'Orange

vielleicht mit den Abenteuern anderer gleichnamiger Ritter gekoppelt und zeitweise sehr populär.

Dieser Stoff wurde von Wolfram von Eschenbach (ca. 1170 – ca. 1220) in seiner Verserzählung „Willehalm“ (oder Wilhelm von Oranse) ins Mittelhochdeutsche übertragen. Als Auftraggeber und Anreger des Werkes gilt der Thüringer Landgraf Hermann, der Wolfram auch eine der altfranzösischen Vorlagen zukommen ließ.

Der zwischen 1215 und 1220 entstandene „Willehalm“ ist unvollendet geblieben.

Auch bei Wolfram stehen die Kämpfe gegen die Mauren (die „Heiden“) im Zentrum der Handlung.

Hervorzuheben aber ist, dass bei Wolfram, anders als im Rolandslied, die Muslime nicht als Verkörperung des Bösen dargestellt werden. Der Erzähler nimmt den Glauben der „Heiden“ ernst und räumt ihnen ein, wie die Christen neben der Minne für ihre – wenn auch falsche - Religion zu kämpfen.

Sie werden als vorbildliche höfische Ritter beschrieben, führen das gleiche Leben und haben die gleichen Wertbegriffe wie die christlichen Ritter: So die „milte“ ( Freigebigkeit), „clârheit“ ( Lauterkeit), „tugent“ ( Vortrefflichkeit, Tüchtigkeit), „êre“ ( gesellschaftliches Ansehen), „zuht“ ( feine höfische Bildung und Erziehung) und „triuwe“ ( Aufrichtigkeit und Treue).

Im „Willehalm“ wird religiöse Argumentation besondere durch die Figur Giburgs vorgetragen (eine christlich gewordene Maurin). In einer Rede vor dem Kriegsrat (Wolfram, 6. Buch, 306,4-310,29), formuliert sie wenn auch nicht. „Toleranz“, so doch ein „Schonungsgebot“: die im Kampf besiegten Muslime seien auch Menschen, „Gottes Geschöpfe“ und deshalb zu schonen:

„… hoeret eines tumben wîbes rât,

und schônet der gotes hantgetât!“ (Willihalm, 306,27-28)

(Hört den Rat einer ungelehrten Frau: Schont die Geschöpfe aus Gottes Hand!)

 

Der Name Wilhelm (bzw. die französische oder okzitanische Variante) wurde durch den Heiligen und die literarischen Zeugnisse im Mittelalter sehr populär. Der Verbreitung des Namens in Nordwesteuropa kamen dann auch die Namensträger in den Familien der Oranier und der Hohenzollern zugute.

 

Wie häufig der Name Wilhelm/Guillaume/William im hohen Mittelalter zumindest in Nordwesteuropa geworden war, zeigt eine überlieferte Episode aus dem Jahre 1171. Am Weihnachtsabend dieses Jahres veranstaltete der junge englische König Heinrich II. Plamtagenet (1133-1189) im normannischen Bayeux einen „Weihnachtshof“ mit vielen aristokratischen Gästen. Der Überlieferung nach soll Guillaume de St- Jean, Seneschall der Normandie, im Scherz entschieden haben, nur Männer mit dem Namen Guillaume dürften bei ihm sitzen bleiben. Insgesamt sollen 110 Männer sitzen geblieben sein (vgl. Asbridge, a.a.O.).

 

Bekannte Namensträger

 

Mehr als 50 Selige und Heilige der katholischen Kirche tragen den Namen Wilhelm oder eine seiner Varianten.

Als Herrschername

 

  • Wilhelm I. (1781–1864), König von Württemberg.
  • Wilhelm I. (1797–1888), König von Preußen und ab 1871 Deutscher Kaiser
  • Wilhelm II. (1848–1921), König von Württemberg.
  • Wilhelm II. (1859–1941), König von Preußen und von 1888 bis 1918 Deutscher Kaiser
  • Wilhelm (Guillaume, William) der Eroberer (ca. 1017-1087), Herzog der Normandie, König von England (vgl. Abb. oben)
  • Willem van Oranje, Willem de Zwijger, Wilhelm von Nassau-Dillenburg, der Schweiger (1533-1584); ein Führer im niederländischen Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien
  • 10 Herzöge von Aquitanien ;  3 Könige der Niederlande, 4 Könige von England. 3 Könige von Sizilien 

Als Vorname:

 

·       Billy the Kid (1859-1881), US-amerikanischer Western- und „Revolverheld“, vermutlich von Sheriff Pat Garrett erschossen (vgl. Abb. unten)

·       Billy Wilder (1906-2002) österreichisch-US-amerikanischer Filmregisseur („Irma la Douce“, 1963)

·       Guillaume Apollinaire (1880-1918), französischer Dichter

·       Vilém Flusser (1926-1991), tschechisch-jüdischer Philosoph und Kommunikationswissenschaftler

·       Wilhelm / Guilhem / Guillaume IX. Herzog von Aquitanien (1071-1126/1127) der erste Trobador

·       Wilhelm Backhaus (1884-1969), deutscher Pianist

·       Wilhelm Bölsche (1861-1939),  deutscher Publizist und Naturphilosoph 

·  Wilhelm Busch (1832–1908), deutscher Dichter und Zeichner

·       Leonardo Wilhelm DiCaprio (* 1974; US-Schauspieler, „Titanic“)

·       Wilhelm Foerster (1832-1921), deutscher Astronom, Entdecker des Asteroiden Erato

·  Wilhelm Furtwängler (1886–1954), deutscher Dirigent, u.a. Chefdirigent der Berliner Philharmoniker 

·  Wilhelm Grimm (1786–1859), Literatur- und Sprachwissenschaftler

·  Wilhelm von Humboldt (1767–1835), deutscher Gelehrter, Bildungsreformer und Diplomat

·       ·  Wilhelm Keitel (1882–1946), deutscher Generalfeldmarschall, als Kriegsverbrecher in Nürnberg hingerichtet

·       Wilhelm Kempf (1895-1991), deutscher Pianist, Organist und Komponist

·       Wilhelm von Kügelgen (1802 – 1867; deutscher Maler, Schriftsteller)

·       Wilhelm Liebknecht (1826–1900), Mitbegründer der SPD und des „Vorwärts“, Vater von Karl Liebknecht

·       Guillaume le Maréchal, Lord Marshal von England, (um 1147–1219); galt bereits im Mittelalter als einer der berühmtesten Ritter

·       Wilhelm Müller (1794 – 1827), deutscher Dichter [3]

·   Willi Stoph (1914–1999), deutscher Politiker, SED; u.a. Ministerpräsident der DDR

·       William von Ockham (lat. Gulielmus Occamus; 1287 – 1347), englischer Franziskaner, Theologe und scholastischer Philosoph

·  Wilhelm Olbers (1758–1840), Astronom und Mathematiker, Entdecker der ersten Asteroiden

·  Wilhelm Reich (1897–1957), österreichischer Psychoanalytiker

·  Wilhelm Conrad Röntgen (1845–1923), Entdecker der Röntgenstrahlung &   Nobelpreisträger für Medizin)

·  Wilhelm von Rubruk (ca. 1217–1270), Missionar und Forschungsreisender

·       William Shakespeare (1564-1616), englischer Schriftsteller

·       William Hurt (*1950), US-amerikanischer Schauspieler („Das Verschwinden der Eleanor Rigby“)

·       Wlliam („Bill“) Clinton (*1946); 42. US-Präsident

·  Wilhelm Steinitz (1836–1900), österreichischer Schachweltmeister

·       Wilhelm Tell, Schweizer Nationalheld

·       Wilhelm Voigt (1849-1922), der Hauptmann von Köpenick

·    Wilhelm „Wim" Wenders (* 1945); Filmregisseur „Der Himmel über Berlin“, Fotograf

·    Wilhelm Wundt (1832-1920), deutscher Physiologe und Psychologe

·  Wilhelm von Tyrus (ca. 1130-1185, Theologe, Erzbischof, Geschichtsschreiber

·  Willy Millowitsch (1909–1999), Kölner Volksschauspiele

·       Willy Fritsch (1901–1973), deutscher Schauspieler („Die Drei von der Tankstelle“) und Sänger

·       Willy Brandt (1913–1992), sozialdemokratischer deutscher Politiker, Bundeskanzler, Friedensnobelpreisträger (vgl. Abb. unten)

 

„Wilhelm“ (und seine Varianten)  kommen auch als  Familienname vor, so bei z.B. ….

 

  • Theodor Wilhelm (1906–2005), deutscher konservativer, SS-naher Pädagoge
  • Andreas Wilhelm (* 1971), deutscher Schriftsteller („Projekt: Babylon“, Limes, München 2006,
  • Widhalm, norddeutscher Familienname
  • Günter Guillaume (1927-1997), der Kanzleramtsspion, der 1974 ein Grund für den Rücktritt Wlliy Brandts war
  • Wilke“ ist ein häufiger Familienname, z.B. Manfred Wilke (* 1941), deutscher Soziologe, Historiker und Berliner CDU-Politiker

 

  • Bekannte Namensträgerinnen
  • Wilhelmine von Preußen (1709–1758), Markgräfin von Bayreuth, Schwester Friedrichs II.
  • Wilhelmina von Oranien-Nassau (1880–1962), erste Königin der Niederlande
  • Minna Cauer (1841–1922), deutsche Frauenrechtlerin und Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft
  • Minna Herzlieb (1789–1865), eine Freundin Goethes; sie wurde vermutlich zum Vorbild für die „Ottilie“ in den „Wahlverwandtschaften“ (1809).
  • Wilhelmine von Lichtenau (1753–1820), geborene Wilhelmine Enke; Mätresse des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II.
  • Wilhelmine Lübke (1885–1981), Gattin des 2. Bundespräsidenten, Heinrich Lübke
  • Helma Sanders-Brahms (1940-2014), deutsche Filmregisseurin („Shirins Hochzeit“)
  • Minna Wagner (1809–1866), deutsche Schauspielerin, erste Ehefrau Richard Wagners

Verschiedenes:

 

  • Zeche Wilhelmine, ehemaliges Steinkohlenbergwerk bei Dortmund
  • Wilhelmine,  bis 1945 deutscher Name des heute polnischen Ortes Wilkowice (Pommern)
  • Minna von Barnhelm, Titelfigur des Theaterstücks von Gotthold Ephraim Lessing
  • Domus Wilhelmina, Alte Universität (Heidelberg), benannt nach Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (1658-1716)
  • William von Baskerville, franziskanische Hauptfigur von Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ (1980)
  • Wilhelmsbad Ortsteil, Schloss und Park in Hanau
  • Wilhelma, Name des Stuttgarter Zoologischen Gartens, benannt nach dem württembergischen König Wilhelm I., seit 1880 öffentlich zugänglich
  • Wilhelm Meister ,der Name der Titelfigur von drei Romanen Goethes:

„Wilhelm Meisters theatralische Sendung“ („Urmeister“, ab 1776),

„Wilhelm Meisters Lehrjahre“,  erschienen 1795/96

Wilhelm Meisters Wanderjahre“, ab 1807

  • Billy Ball; eine der Titelfiguren des Englisch-Buches des Cornelsen-Verlages, seit 1948; hier 7. Auflage 1961 (vgl. Abb. unten)
  • Wilma, eine weibliche Figur der Comicserie „Die Feuersteins“

 © Christian Meyer



[1] Sein okzitanischer Name lautet Guilhem, auf Französisch Guillaume, auch nach der Abtei „von Gellone“. Auch wurde er  „Guillaume de courbe nez“, Wilhelm Krummnase genannt.

[2] Die Abtei wurde 1790 während der Französischen Revolution aufgelöst. 1817, bei einer schweren Überschwemmung wurde ein Großteil von Wilhelms Reliquien zerstört, zudem wurden im 19. Jhdt. viele Skulpturen zerstört, Teile des Kreuzgangs ans Museum nach New York verkauft.

[3] Unter Schuberts Liedern sind seine Zyklen „Die schöne Müllerin“ (komponiert im Jahre 1823, op. 25, D. 795) und „Die Winterreise“ (komponiert 1827, ein Jahr vor seinem Tod, D. 911), beide Zyklen nach Gedichten von Wilhelm Müller (der „Griechen-Müller“) besonders berühmt. Thematisch ist „Die schöne Müllerin“ eine Art „Liedernovelle“: Der Zyklus berichtet von einem jungen, treuherzig - schlichten Müllergesellen, der auf seiner Wanderschaft („Das Wandern ist des Müllers Lust“) an einem Bach entlang auf eine Mühle trifft, wo er Arbeit und – vorübergehend - die Liebe der jungen Müllerin findet. Die Müllerin ist zwar schön, aber auch untreu, sie verlässt den Müllerburschen um des Jägers willen. Der Mühlbach ist in dem Liederzyklus der Vertraute des Müllergesellen, er hält Zwiesprache mit ihm, teilt seine Empfindungen, sein Glück und Unglück mit ihm. Der Müllergeselle sucht und findet schließlich den Tod im Mühlteich. 

Der Hauptmann von Köpenick - Wilhelm Voigt

Willy Brandts Kniefall in Warschau im Dezember 1970 am Denkmal für die Opfer des Ghettos

 

Titeleseite des Englisch-Buches "Peter Pim and Billy Ball" des Cornelsen-Verlages, seit 1948; hier 7. Auflage 1961