Mittwoch

 

Mittwoch ist der mittelere, vierte Tag der mit dem Sonntag beginnenden Woche.

 Schon im Althochdeutschen (um 1000) gab es die Bildung „mittawehha“, im Mittelhochdeutschen „mittewoche“ (vgl. Pfeifer, Bd. II, S. 1114, a.a.O.).

Unter dem Einfluß des Christentums (das die „heidnische“ Planetenwoche bekämpfte) wurde frühzeitig aus dem Kirchenlatein „media hebdomas“ „der mittlere von sieben“ (Wochentagen) übertragen (von gr. „hebdomas“(έβδομάς) sieben, besonders sieben Tage, Woche.

 

Die Übernahme löste im Deutschen eine ältere „heidnische“ Bildung ab, die  auf Odin/Wotan zurückging. Im vorchristlichen Rom hieß der Mittwoch „Mercurii diēs“, Tag des Merkur. In der altgermanischen Interpretation wurde Merkur mit Odin/Wotan assoziiert.

Im Altnordischen bedeutete „othinsdagr“ Mittwoch, desgleichen Niederländisch „woensdag“, oder im Schwedischen „onsdag“. Auch im Englischen heißt der Mittwoch bis heute „Wednesday“ nach dem altgermanischen Gott Odin / Wotan.

Ein Beiname Odins war „Walvater“. Die häufige Benutzung von Bei- oder Alternativnamen war ein beliebtes Stilmittel („Heiti“) der altnordischen Skalden.  Das Sternbild des Großen Wagens wurde als „Wotanswagen“ betrachtet.

 

 

 © Christian Meyer

 

Abb. (oben) Ein Fenster der Kirche im nordisländischen Akureyri zeigt eine Szene aus der Überlieferung zur Christianisierung der Insel. Ein bis dahin „heidnischer“ Isländer - der Gode Þorgeir um das Jahr 1000 n. Chr. - soll derart enttäuscht über die ausbleibende Unterstützung von Seiten der alten Götter im Vergleich zum christlichen Gott gewesen sein, dass er zornig eine Holzstatue des Odin – man erkennt auf seinen Schultern die beiden Raben – in einen nahegelegenen Wasserfall warf. Der Wasserfall trägt deshalb bis heute den Namen Götterfall (Goðafoss; Photo von Alexander Schulz, Juli 2017).