Christlicher Gründonnerstag; Feiertag u.a. in Dänemark und Spanien

 

Der Gründonnerstag ist nach christlicher Tradition der Tag des letzten Abendmahls, damit der Begründung der Eucharistie sowie dem JudasKuss und der Verhaftung Jesu [1] im Garten Gethsemane bei Jerusalem.

Bultmann allerdings hält die Nacht auf dem Ölberg für eine " ... ursprüngliche Einzelgeschichte ganz legendarischen Charakters" (zit. n. Augstein, S. 175, a.a.O.).

 

In dem altrussischen Hausbuch „Domostroi“ wird das äußerliche Benehmen beim Empfang der Sakramente klargestellt: „Halte dabei den Atem an und sperre nicht den Mund auf. Wem Gott die Gnade erweist, an den göttlichen Mysterien Christi teilhaben zu dürfen, der empfange vom Geistlichen das geweihte Brot mit dem Löffel in seinem Mund und schmatze nicht, sondern kreuze die Arme vor der Brust“ (Domostroi, S. 15, a.a.O.). 

Auch durch das geforderte äußere Verhalten sollte die Hochachtung vor der Eucharistie verdeutlicht werden.

 

Die seit ca. 1200 im Deutschen belegte volkstümliche Bezeichnung "Gründonnerstag" ist ungeklärter Herkunft. Nach einer volksetymologischen Erklärung soll das Beiwort "Grün" auf die nun aufkeimende Erlösungshoffnung hinweisen. Eine weitere Ableitung bezieht sich auf das lat. "dies viridium", den "Tag der Grünen", d.h. der öffentlichen Büßer, die die Absolution und Wiederaufnahme in die Kirchengemeinschaft erhielten und so aus "toten Gliedern" der Kirche wieder zu lebenden, grünen Zweigen würden.

 

Eine andere Erklärung weist auf den weitverbreiteten Brauch hin, am Gründonnerstag etwas Grünes, insbesondere Grünkohl zu essen.

 

Schließlich wurde auch ein etymologischer Zusammenhang mit dem Verb "greinen" = stöhnen, wehklagen angenommen: dann wäre der Gründonnerstag der Donnerstag des Wehklagens.

 

 © Christian Meyer

 

(variabel, nach der katholischen & protestantischen Osterberechnung, der Donnerstag vor Ostern

 


[1] Der latinisierte Name Jesus lautete im Hebräischen "Jehoschua" und bedeutete "Jahwe hilft".