17. Juni: Tag der Bekämpfung der Wüstenbildung - Desertifikation

 

Zu den 17 Zielen der UN für eine nachhaltige Entwicklung – Agenda 2030 - beschlossentim Jahre 2015 auf dem UNO-Gipfel von allen Mitgliedsstaaten gehört als Ziel 15: „Landökosysteme schützen, wiederherstellen“ u.a. wörtlich Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden“. Und das ist auch dringend erforderlich, denn allein im Jahre 2014 gingen weltweit ca. 12 Mio. ha landwirtschaftlich genutzte Flächen durch Wüstenbildung verloren. 

 

Positiv hervorzuheben ist dabei Israel denn eine wichtige Aufgabe der israelischen Umweltpolitik war die Bekämpfung der Wüstenbildung. Seit der Staatsgründung konnte die Grenze der im Süden gelegenen Negev-Wüste, die rund die Hälfte der Landesfläche ausmacht, mit Hilfe gezielter Bepflanzung und Bewässerung nach Süden verschoben werden.

 

Im Jahre 2005 wurde das Projekt der Großen grünen Mauer gegen das Fortschreiten der Sahara aus der Taufe gehoben. 11 Staaten der Sahel-Zone, von Mauretanien im Westen bis Djibouti im Osten planten einen gemeinsamen 8000 km langen grünen „Vorhang“ zur Eindämmung der Desertifikation, sei sie anthropogen oder Folge der Klimakrise. Zudem sollte das Projekt die Lebensbedingungen, insbesondere die Ernährung von Millionen Menschen verbessern und Arbeitsplätze schaffen. Vorgesehen war bis zum Jahre 2030 die (Wieder-)Aufforstung von ambitionierten ca. 100 Mio. Hektar Land am Wüstenrand. Für dieses „pharaonische Projekt“ wurden 2015 auf der Pariser Klimakonferenz 4 Mrd. $ versprochen.

Am 7. September 2020 wurde der 1. Evaluationsbericht der UN-Konvention gegen die Desertifikation veröffentlicht – mit einer bescheidenen Bilanz (vgl. Caramel, a.a.O.). Gerade einmal 4 Mio. ha, das sind 4 % der avisierten Flächen waren in dem Zeitraum von 15 Jahren bearbeitet worden.

Amina Mohammed Jibril (*1961), stellvertretende Generalsekretärin der UNO und zuvor u.a. Umweltministerin Kenias, meinte bei der virtuellen Vorstellung des Berichts, man hätte nach dieser Zeit etwas anderes erwarten können.

Eine der Ursachen für die geringen Erfolge ist – entgegen der Versprechungen - in der schwankenden Finanzierung durch die Geldgeber zu sehen (vgl. Caramel, a.a.O.). Hinzu kommen die zunehmenden kriegerischen Konflikte in zentralen Sahel-Gebieten wie Mali oder dem Sudan. Zudem fehlte häufig die Unterstützung der höheren staatlichen Bürokratien für das Projekt der Grünen Mauer.

Auch wurden bereitgestellte Mittel für regionale staatliche Projekte verwendet, die nicht direkt zu der Grünen Mauer gehörten. Die Glaubwürdigkeit des Projekts hat darunter gelitten. Oft glaubt die regionale Bevölkerung nicht an den Nutzen für sie selbst.

Desweiteren kommt hinzu, dass ein Kartografieren der Desertifikation mit Problemen verbunden ist. Denn vielfach ist seit den Dürre-Katastrophen der 80er Jahre eine „Wiedervergrünung“, auch hinsichtlich von Bäumen vieler Sahel-Gebiete festzustellen.

Die vielerorts bemerkbare Degradation des Bodens – betont der französische Agronom Pierre Hiernaux – ist gegenwärtig v.a. eine Ergebnis des demographischen Drucks auf das fragile agropastorale System in großen Teilen des Sahel-Gebiets (vgl. Caramel, a.a.O.).

Die Konkurrenz um die knapper werdende Ressource Boden zwischen den Hirten und den Bauern zeigt sich auch in den immer häufigeren Konflikten zwischen diesen oft auch ethnisch verschiedenen Bevölkerungsgruppen.

 

(unveränderlich, nach dem Gregorianischen Kalender)

 

 

© Christian Meyer

 

Abb.: Die geplante große grüne Mauer in der Sahel-Zone (Abb. aus Caramel, S. 7, a.a.O.).